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Ausgabe 01/1

Toothletter Logo

Toothletter

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Dein 5-Minuten-Wissens-Update aus der Zahnwelt

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Inhalt

Verdachtsdiagnose
Praxistipp

Wissenschaft
KI-Bild der Woche

Über

Hi und ein frohes neues Jahr, ! ✨
 

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Der Toothletter wird übrigens von Menschenhand geschrieben (meiner 👋) und nicht von KI - viel Spaß beim Lesen!

Hab ein großartiges Wochenende,

Dein Tilmann

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Die Verdachtsdiagnose

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Verdachtsdiagnose

Tief zerfurchter Zungenrücken

(Bild: TS)

Befund: Der Zungenrücken weist tiefe Furchen und erythematöse Areale mit weißlich-gelber Zeichnung auf


Fragestellung: Mögliche Verdachtsdiagnosen? Therapie?

 


Du hast auch einen Fall, den Du mit der Community teilen möchtest, ? Antworte einfach auf diese Mail! ✉️

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Hier geht's zur Auflösung!
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Photo von Tilmann Seifert

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Praxistipp

Membran

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Sind Antibiotika bei MAV ein Muss? 💊

In meiner Zeit an der Uniklinik habe ich oft genug Examensprüfungen in Oralchirurgie abgenommen, um eins zu wissen:
 

Zwischen dem theoretischen Wissen, eine MAV zu versorgen und der Praxis liegt ein riesiger Unterschied. Ich habe in diesen Prüfungen häufig mit der Spitze meines Kugelschreibers einen Lappen aus grünen Recycling-Tüchern präpariert und mir zeigen lassen, wo das Periost bei einer Rehrmann-Plastik geschlitzt werden sollte. (Falls ich Dich im Examen geprüft habe, , bringt das jetzt hoffentlich keine unangenehme Erinnerung hervor 😜)
 

Wenn Du nicht so regelmäßig zum Skalpell greifst, hier eine Auffrischung für Dich:

Rehrmannplastik

Trapezlappenplastik nach Rehrmann

(Abb.: TS)

Wie wird eine MAV diagnostiziert? Taktil mit einer möglichst stumpfen Knopfsonde und zusätzlich mit dem Nasenblasversuch. 
Mein Tipp: Halte Deinem Patienten die Nase zu und fordere ihn dazu auf, bei geschlossenem Mund ("wie beim Naseschnäuzen") gegen den Druck Deiner Finger anzupusten. Noch während der Patient pustet, lässt du die Nase wieder los. Wenn jetzt Luft durch die Nase zischt, weißt Du, dass alles dicht ist.

 

Aber muss wirklich jede MAV plastisch gedeckt werden? Nein, schreiben Prof. Jackowski et al. in "Zahnärztliche Chirurgie", 2017. Solange eine frische MAV klein ist, tief in der Alveole liegt und der Zahn apikal keine Entzündung hat. Das kommt bei Weisheitszähnen gar nicht selten vor, besonders wenn man mit der Knopfsonde mal zu energisch sondiert hat. (Ist mir mehr als einmal passiert… 🤫)
Dann kann die MAV auch mit einem Kollagenkegel und einer adaptierenden Naht versorgt werden. 
Wichtig: über Schnäuzverbot, Niesen bei geöffnetem Mund und abschwellende Nasentropfen aufklären.

 

Und Antibiotika? Bei entzündungsfreien Verhältnissen (wie z.B. in der Situation mit dem Weisheitszahn) muss kein AB verschrieben werden (Jackowski et al., 2017).

 

Wenn durch die MAV Eiter austritt, besteht sehr wahrscheinlich eine akute Sinusitis maxillaris. Die Kieferhöhle muss erstmal offen gelassen und gespült werden. Gleichzeitig wird Amoxicillin (ggf. mit Clavulansäure 875/125 mg) verschrieben (Leitlinie odontogene Sinusitis maxillaris, 2019). Erst wenn nach mehreren Tagen nur noch klare Spülflüssigkeit austritt, kann die MAV plastisch gedeckt werden. 

Du kennst jemanden, der ein Toothletter-Wissens-Update gebrauchen könnte? Dann leite diese Email einfach weiter oder verschicke diese Episode mit WhatsApp
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Wissenschaft

Maus

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Nachwachsende Zähne: Macht uns dieser Antikörper ab 2030 überflüssig?

Den Moment des Durchbruchs werden sie nie vergessen. Als Dr. Katsu Takahashi und sein Team am Kitano Hospital in Japan den Erfolg der Antikörper-Therapie durch ihre Mikroskope betrachteten, konnten sie es kaum glauben. Was sie beobachteten, war ein lang ersehnter Durchbruch in der Zahnmedizin: die gezielte Regeneration eines vollständigen Zahns.

 

Der Schlüssel zu dieser bahnbrechenden Entdeckung liegt in einem Gen namens USAG-1 (Uterine Sensitization-Associated Gene-1). Dieser natürliche Kontrollmechanismus verhindert normalerweise die Neubildung von Zähnen. Aber seine gezielte Ausschaltung konnte genau diesen Prozess ermöglichen (Takahashi et al, 2021).

 

Die Forschung konzentriert sich dabei auf das komplexe Zusammenspiel spezifischer Wachstumsfaktoren und Signalmoleküle (BMP und Wnt), die für die Zahnentwicklung essentiell sind. Diese werden vom USAG-1-Gen reguliert. Durch die Entwicklung spezifischer Antikörper gegen USAG-1 gelang es den Forschern, diese natürliche Blockade aufzuheben und die Zahnregeneration zu aktivieren. Zunächst bei Mäusen, später auch bei Hunden. 🐭🐶

 

Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend: Die Behandlung zeigte keine Nebenwirkungen auf andere Gewebe. Ab Juli 2024 sollen die ersten klinischen Studien am Menschen an der Kyoto University und dem Kitano Hospital in Osaka starten. Der Fokus liegt dabei zunächst auf Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren mit genetisch bedingter Zahnagenesie (Zahnunterzahl).

 

Das von Takahashi gegründete Startup Toregem Biopharma Ltd. plant, bis 2030 ein marktreifes Medikament zu entwickeln. Ich geb's zu: Das ganze klingt wie Science-Fiction. Aber die präklinischen Studien sind seriös. Vielleicht werden wir in ein paar Jahren Menschen mit fehlenden Zahnanlagen oder traumatischem Zahnverlust eine völlig neue Behandlungsoption anbieten können. Das wäre ziemlich krass. 🤯

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(KI-)Bild der Woche

KI Bild

Erkennst Du, ob das ein Photo oder KI ist?

Die Auflösung gibts auf meinem Insta

(Bild: TS)

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Woah! Liest Du schnell... 

Fandste jut? Oder nich' so? Hauptsache Du verrätst mir, wieso! 😜

😀 Super interessant!

😐 Ganz okay

☹️ Nicht so der Hit

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Der Autor

Photo von Tilmann Seifert

Dr. Tilmann Seifert

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Mein Name ist Tilmann Seifert und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin.
Mit dem Toothletter möchte ich ein Format schaffen, über das insbesondere viel beschäftigte Praktiker:innen einen stetigen Input zu brandaktuellen Themen aus der Zahnmedizin bekommen. Und das in einer Aufmachung, die Lust auf's Lesen macht.

 

Du hast Feedback? Oder einen Themenvorschlag? Schick einfach eine Mail an

[email protected]

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Tilmann Seifert

10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

Die in diesem Newsletter bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der fachlichen Fortbildung von Zahnärzt:innen. Sie ersetzen nicht die persönliche professionelle Urteilsbildung und Entscheidungsfindung im Einzelfall. Es liegt in der Verantwortung der Behandelnden, die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen zu überprüfen.
 

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