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Ausgabe 02-1

Toothletter Logo

TOOTHLETTER

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Dein 5-Minuten-Wissens-Update aus der Zahnwelt

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Inhalt

Verdachtsdiagnose

Wissenschaft

Bonus-Content

Law & Order

CME-Quiz

Toothletter Pro Mitglieder verdienen 2 CME-Punkte mit dieser Ausgabe 🎖️

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Hey – schön, dass Du hier bist!


Zur zweijährigen Jubiläumsausgabe des Toothletters! 🥳 

Vor 2 Jahren habe ich den allerersten Toothletter an 50 Menschen verschickt. Allesamt Freunde und Bekannte.


Heute – ich kann's kaum glauben – erreicht der Toothletter über 2000 Zahnärzt:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Danke, dass Du Teil von dieser wachsenden 🦷-Community bist!


Bonus: In der Jubiläumsausgabe vor einem Jahr habe ich darüber geschrieben, wie der Toothletter entstanden ist (hier). Heute verrate ich Dir, wieso ich das alles mache. Was meine Mission ist. 

Spoiler Alert: Es gibt in dieser Ausgabe ein Toothletter Pro Abo zu gewinnen. 🤫


Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen!


Dein Tilmann 


Happy Toothletter-Day!

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📩 Wenn Dir der Toothletter weitergeleitet wurde: 
hier kostenlos abonnieren 

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Verdachtsdiagnose

VD

Aufhellung apikal rg. 21-24

(Bild: TS)

Was ist Deine Verdachtsdiagnose?

Befund: Scharf begrenzte Aufhellung mit einer Ausdehnung von rg. 21-24


Fragestellung: Verdachtsdiagnose? Therapie?

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Hier geht's zur Auflösung!
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Wissenschaft

Artikel 1

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

PA-Keime töten, aber der Rest darf bleiben: Mikrobiom-Tuning gegen Parodontitis

Dieses Produkt geht seit Jahresbeginn im Internet viral: die Anti-Parodontitis-Zahnpasta von PerioTrap. Aber wie funktioniert diese Zahnpasta? Und wieso ist es überhaupt so wichtig, Parodontitiskeime zu bekämpfen – auch über den Zahnerhalt hinaus?


Eins vorweg: Das hier ist keine bezahlte Werbung. Ganz im Gegenteil. Wenn ich so krasse Werbe Claims höre, werde ich instinktiv misstrauisch. Eine Zahnpasta gegen PA? Really?


MrBeast

Schlagzeilen zu PerioTrap der letzten 4 Wochen


Dieses Produkt scheint aber tatsächlich das Ergebnis von jahrelanger Forschung zu sein: Die zugrundeliegende Technologie wurde im Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie im Rahmen eines EU-Projekts ab 2013 entwickelt. Erst 2018 wurde die Firma PerioTrap Pharmaceuticals ausgegründet, um die Kommerzialisierung der Mikrobiom-Zahnpasta voranzutreiben.


Nur wie funktioniert diese Zahnpasta überhaupt? Im Gegensatz zu herkömmlichen antibakteriellen Präparaten zur oralen Anwendung hemmt der Wirkstoff Guanidinoethylbenzylamino-Imidazopyridin-Acetat gezielt die Glutaminylcyclase des Paro-Leitkeims Porphyromonas gingivalis (2021).


Okay und jetzt nochmal für diejenigen von uns, die vor dem Jahr 2025 ihr Staatsexamen gemacht haben… 😇 Die Zahnpasta von PerioTrap enthält einen Wirkstoff, der sich selektiv gegen P. gingivalis richtet. Ohne Kollateralschäden. Das bedeutet: Das orale Mikrobiom gerät bei der Behandlung nicht aus dem Gleichgewicht – der böse Paro-Keim wird ausgeschaltet und die physiologische Mundflora darf bleiben. Cool!


Der Wirkmechanismus konnte zwar in mehreren präklinischen Studien gut belegt werden. Die Veröffentlichung einer klinischen in-vivo-Studie am Menschen steht aber noch aus (2021, 2021, 2025).


Aber wieso solltest Du Dich überhaupt mehr für Parodontitis interessieren, ?


Weil die Forschung zeigt, dass viele Allgemeinerkrankungen bei Parodontitis häufiger auftreten (2021, 2022, 2025 [1], 2025 [2]). Unter anderem diese 👇🏼


  • 📈 Demenz 
  • 📈 Alzheimer
  • 📈 Frühgeburten
  • 📈 Rheumatoide Arthritis
  • 📈 Niedriges Geburtsgewicht
  • 📈 Herz-Kreislauf-Erkrankungen


Umgekehrt treten Diabetes und Rheumatoide Arthritis bei Parodontitis-Patient:innen zwei- bis dreimal häufiger auf (2021, 2025). Achtung: Diese Zahlen zeigen zwar Assoziationen, beweisen aber nicht den kausalen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen.


Was bedeutet das für die Praxis? Wir Zahnärzt:innen sind in der Lage, mit unseren PA-Behandlungen nicht nur den Zahnstatus zu beeinflussen. Wir können auch schwerwiegenden systemischen Erkrankungen vorbeugen. (Von wegen "nur Zahnärzte", pah! 🙄) 


Übrigens: Die Forschenden aus Halle sind nicht das einzige Team, die an neuartigen Methoden zur Bekämpfung von parodontal-pathogenen Bakterien arbeiten. Im Dezember 2025 wurde an der University of Minnesota eine Studie veröffentlicht, die sich mit Kommunikationsmechanismen zwischen bestimmten Bakterien auseinandergesetzt hat. Auch diesem Forscherteam geht es darum, in Zukunft das orale Mikrobiom positiv zu beeinflussen und damit Parodontitis vorzubeugen.

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Weiterlesen...

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➡️ Du interessiert Dich für den Zusammenhang zwischen Parodontitis und Alzeimer? In diesem Artikel erfährst Du mehr darüber


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Bonus-Content

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TL Pro

"Heute vor 3 Jahren"

Die Funken fliegen, als ich ihm mit zusammengekniffenen Augen über die Schultern schaue. Es dauert keine 15 Minuten, dann ist der Ring repariert.


Madé's Vater ist Goldschmied. Die Augen des alten Balinesen wirken unnatürlich klein durch die Brillengläser, wie bei seiner Tochter. Madé hatte mich vor ein paar Tagen am Straßenrand angesprochen. Ich war auf der Suche nach einem Ladekabel – sie suchte jemanden, mit dem Sie ihr Englisch verbessern konnte. 


Am nächsten Tag trafen wir uns in einem Café, um Englisch sprechen zu üben. Unsere Unterhaltung lief etwas mühsam – sie sprach wirklich nicht gut. "What is your profession?", fragte ich sie. Ihre Antwort hatte ich nicht erwartet: "English teacher", sagte sie.


Bei unserem nächsten Treffen hatte sie mich zu ihrer Familie nach Hause eingeladen. Ihr Vater könne meinen kaputten Ring reparieren, das sei gar kein Problem. Madés Schwester und ihre Söhne waren auch da. Ob wir noch ein Foto machen können? Klar!


Dieses Photo wurde mir gerade von meinem Iphone angezeigt: "Heute vor 3 Jahren".


Seit dem Jahreswechsel 2026 habe ich mich häufiger dabei ertappt, ungeduldig zu sein. Wieso wächst der Toothletter nicht schneller? Wieso kann ich nicht mit jedem Insta-Post den Algorithmus knacken und 1000 neue Follower an einem Tag bekommen? Wieso melden sich nicht mehr Leser:innen für Toothletter Pro an? 


Aber dann sehe ich ein Photo wie dieses, das alles wieder relativiert: Vor 3 Jahren bin ich komplett planlos durch Asien gereist – hatte meinen Job als angestellter Oralchirurg inklusive Aussicht auf eine Praxispartnerschaft hinter mir gelassen und war vor der Realität geflohen. Fast 5 Monate und 5 Länder später immer noch keine Erleuchtung.


Ein halbes Jahr später hatte ich eine Schnapsidee: Ein Newsletter für Zahnärzt:innen…


Seit ich vor 2 Jahren den Toothletter gegründet habe, beschäftige ich mich jede Woche damit, wie ich möglichst vielen Kolleg:innen den Praxisalltag erleichtern kann. Mit einfach zugänglichem zahnmedizinischen Wissen.


Dabei ist es mir extrem wichtig, mich nicht von den großen Branchenvertretern abhängig zu machen. Wieso? Achte doch mal darauf, wieviele Vorträge und Fortbildungen Du besuchst, bei denen es keine riesigen Banner von den großen Dentalfirmen gibt. Oder Dir ist vielleicht aufgefallen, dass namhafte Expert:innen und Wissenschaftler:innen auf der IDS exklusiv am Stand von einer Dentalfirma stehen und dort Vorträge halten. Fällt Dir was auf, ? Das sind wirtschaftliche Abhängigkeiten, die ich hinterfrage. (Und das solltest Du vielleicht auch.)


Versteh mich nicht falsch: Ich bin nicht gegen Geld. Aber ich bin gegen diese extreme Einflussnahme in der Wissenschaft und Praxis.


Du willst unabhängige Informationen in der Dentalbranche unterstützen, hast aber kein Interesse an den Fortbildungsmöglichkeiten von Toothletter Pro? Werde jetzt Toothletter-Supporter. 💚


  • ➡️ Werde Toothletter-Supporter für 8€ monatlich oder

  • ➡️ Unterstütze den Toothletter mit einem einmaligen Beitrag



Und jetzt kommt der Kicker: Unter allen Supporter:innen verlose ich ein gratis Toothletter Pro Jahresabo im Wert von 444€. Für den extra CME-Boost im Jahr 2026. 🚀


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Law & Order

Artikel 2

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Das kann teuer werden: Werbung auf Social Media & Co.

Spätestens seit Jan Böhmermanns Beitrag über Medfluencer ist dieses Duo in ganz Deutschland bekannt: Die beiden "Beauty-Docs" Dr. Rick und Dr. Nick aus Düsseldorf. Sie tragen Anzüge über weit aufgeknöpften Hemden und polarisieren die deutsche Medizinwelt.


Wieso? Weil sie sich ohne jegliche Facharztausbildung als Schönheits-Experten positionieren und eine ganze Palette an minimalinvasiven ästhetischen Eingriffen an junge Menschen auf Social Media vermarkten.


Genau das ging im Juli 2025 sogar bis vor den Bundesgerichtshof. Hier sollte entschieden werden, ob deren Werbungen für Lippen- und Kinnkorrekturen zulässig sind oder nicht.


Der BGH entschied gegen die beiden Ärzte: Nach dem Heilmittelwerbegesetz (§ 1 und § 11 HWG) hätten sie keine Vorher-Nachher-Bilder von operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen für ihre Werbung benutzen dürfen.


Aber was bedeutet das für uns Zahnärzt:innen? Welche Behandlungen dürfen wir auf der Praxiswebsite oder Social Media mit Vorher-Nachher-Bildern präsentieren? Good News: Bisher gibt es kein Gesetz oder Urteil, das Zahnärzt:innen die Werbung für operative plastisch-chirurgische Eingriffe im Sinne von § 1 HWG grundsätzlich verbietet. 


Du wurdest in der Vergangenheit schonmal abgemahnt und willst deswegen keine rechtlichen Auseinandersetzungen provozieren? Dann solltest Du bei der Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern für rein ästhetische, medizinisch nicht notwendige Behandlungen, vorsichtig sein:


💄 Veneers → rein ästhetisch

💄 Bleaching → rein ästhetisch

💄 "Hollywood-Smile" → rein ästhetisch


Ästhetik ist aber Deine Cash-Cow? Du fragst Dich, was überhaupt passieren kann, wenn Dich jemand abmahnt? Dafür gibt es zwei realistische Szenarien:


  1. Die Kammer mahnt Dich wegen eines Verstoßes gegen das Berufs- bzw. Werberecht ab. Das kann bei erstmaligen oder geringen Verstößen eine Rüge oder eine Geldbuße nach sich ziehen. Hältst Du Dich nicht daran, drohen Dir härtere Sanktionen.

  2. Du wirst entweder direkt von der Wettbewerbszentrale oder von einem Kollegen via Anwalt abgemahnt. Zusätzlich wirst Du dazu aufgefordert, eine sogenannte strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. Mit dieser Erklärung verpflichtest Du Dich vertraglich, nie wieder auf diese Art zu werben. Die Anwaltskosten liegen zwischen etwa 500 - 3000€ und die Abmahnkosten der Wettbewerbszentrale bei etwa 350€.


Ist das existenzbedrohlich? Für die meisten Kolleg:innen eher nicht. Deswegen kann es Fälle geben, in denen es aus unternehmerischer Sicht Sinn macht, solche Konsequenzen einzukalkulieren. 


Hier ist noch eine Faustregel für Dich: Bleib in Deiner Außendarstellung immer nüchtern und sachlich. Die Musterberufsordnung der BZÄK untersagt jede "anpreisende, irreführende, herabsetzende oder vergleichende Werbung".


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Für diesen Artikel habe ich mich mit Sebastian Kierer, Fachanwalt für Medizinrecht, unterhalten. Du hast ein juristisches Anliegen und suchst kompetenten Rat? Schick Sebastian eine Email an [email protected]

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Daniel

Sebastian Kierer

Fachanwalt für Medizinrecht

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TL Pro

 Nur für Pros: Das CME-Quiz 

Noch kein Pro-Mitglied? Guck Dir ruhig das CME-Quiz an – hättest Du es richtig gelöst? :)

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Was musst Du wissen? 

 

  • 2 CME Punkte (Nur für Pros)
  • Du musst mindestens 7/10 Fragen richtig beantworten
  • Das Zertifikat wird Dir innerhalb von ein paar Minuten per Mail zugeschickt (Nur für Pros)
  • Nicht bestanden? Du kannst das Quiz wiederholen 🤓

 

→ Hier geht's zum Quiz ←

 

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Alle Infos zur Toothletter Pro Mitgliedschaft findest Du hier:
 

https://pro.toothletter.de

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Das Archiv

Du willst im Toothletter-Archiv stöbern? Hier findest Du alle bisherigen Ausgaben 📚

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Der Autor

Photo von Tilmann Seifert

Dr. Tilmann Seifert

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Mein Name ist Tilmann Seifert und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin.
Mit dem Toothletter möchte ich ein unabhängiges Format schaffen, über das insbesondere viel beschäftigte Praktiker:innen einen stetigen Input zu brandaktuellen Themen aus der Zahnmedizin bekommen. Und das in einer Aufmachung, die Lust auf's Lesen macht.

 

Du hast Feedback? Oder einen Themenvorschlag? Schick einfach eine Mail an

[email protected]

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Tilmann Seifert

10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

Die in diesem Newsletter bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der fachlichen Fortbildung von Zahnärzt:innen. Sie ersetzen nicht die persönliche professionelle Urteilsbildung und Entscheidungsfindung im Einzelfall. Es liegt in der Verantwortung der Behandelnden, die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen zu überprüfen.
 

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