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Toothletter

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Deine News aus der Zahnwelt

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Inhalt

Verdachtsdiagnose

Abrechnung

Wissenschaft

Über

Hey ,
 

willkommen zur zweiten Ausgabe des Toothletters! ✌️

Dein Newsletter aus der Welt der Zahnmedizin. 
Diese Woche mit nützlichen Abrechnungstipps und der Frage: 

Könnte Alzheimer durch Parodontitis ausgelöst werden?

Viel Spaß beim Lesen und ein schönes Wochenende!

Viele Grüße,
Dein Tilmann

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Die Verdachtsdiagnose

GP-Point in situ rg. 35, apikal liegt deutlich erkennbar das Foramen mentale

MSH Veränderung im re. Planum buccale dorsal (Bild: TS)

Lokalisation: rechtes Planum buccale, dorsal

Palpationsbefund: derb, leicht verhärtet

Fragestellung: Was sind mögliche Verdachtsdiagnosen und wie sollte in diesem Fall vorgegangen werden?
Hier geht's zur Auflösung 👇

Hier gehts zur Diagnose
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Abrechnung

Zahnärztin am Computer bei der Abrechnung

Bild: TS/Midjourney

Wann rechne ich eigentlich die XN, Alv oder KnR ab? 

Die erste wichtige Unterscheidung ist: handelt es sich um eine Glättung des Alveolarknochens post extractionem, dann kommen nur die XN und die Alv in Frage.


Die XN wird dann abgerechnet, wenn eine Knochenglättung in zeitlichem Zusammenhang mit einer Extraktion, aber ohne größeren Aufwand (Aufklappen) erfolgt.

Voraussetzung für die Abrechnung der XN ist eine von der Extraktion unabhängige Sitzung. Hier kann auch lediglich das Auskratzen einer Alveole, die Entfernung eines Sequesters oder eine Nahtlegung abgerechnet werden (1x / Kieferhälfte oder Frontzahnbereich).

 

Für die Alv gibt es zwei unterschiedliche Optionen zur Abrechnung:

  1. Die Knochenglättung im unmittelbaren Anschluss an die Extraktion von ≥ 4 Zähnen / Kiefer bei chirurgischem Mehraufwand (Aufklappen). Sie ist 2x abrechenbar, wenn sich das Gebiet der Alveolotomie über mehr als 8 Zähne, inklusive bereits fehlender Zähne, erstreckt.
  2. Die Knochenglättung unter chirurgischem Mehraufwand (Aufklappen) in einer separaten Sitzung. Die Anzahl der Zähne spielt hierbei keine Rolle.

Die KnR kann nur abgerechnet werden, wenn es sich bei der Resektion oder Modellierung des Knochens um eine präprothetische Maßnahme handelt, weil z.B. durch Exostosen, Torus palatinus oder andere anatomische Knochenveränderungen eine ungünstige Voraussetzung zur prophetischen Versorgung besteht.
Sie steht nicht in zeitlichem Zusammenhang mit einer Extraktion. 

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Wissenschaft

REM Aufnahme von Bakterien

REM-Aufnahme von Porphyromonas gingivalis  (Bild: TS/Midjourney)

Alzheimer und Parodontitis - wer ist nun die Henne und wer das Ei? 🐔🥚

Parodontitis wird seit Jahren mit Alzheimer in Verbindung gebracht. Die Frage, ob Parodontitis eine Folge oder Ursache dieser Erkrankung ist, blieb lange unbeantwortet.

Eine Studie der Uni Greifswald (2021) zeigte mittels MRT-Aufnahmen, dass die Parodontitis-Therapie einen positiven Einfluss auf Patienten mit präklinischem Alzheimer hat.
Das wirft die Frage auf: Sind Parodontitis-Erreger verantwortlich für Alzheimer?
 

Das Bakterium Porphyromonas gingivalis, das bei 80% aller Parodontitiden vorkommt, steht im Zentrum dieser Diskussion. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die von P. gingivalis produzierten Proteasen, die Gingipaine, nicht nur im Parodont, sondern auch im Gehirn pathologisch wirken.
Dort hemmen sie antimikrobielle Peptide (AMPs), beschleunigen neurodegenerative Prozesse und fördern so Alzheimer.
 

Beta-Amyloid, lange als einzige Alzheimer-Ursache bekannt, scheint tatsächlich eine protektive Wirkung zu haben. Es sind die bakteriellen Virulenzfaktoren wie Gingipaine, die die vermehrte Bildung von Beta-Amyloid stimulieren und so erst die schädliche Form der Amyloid-Plaqueansammlungen ausbilden.
 

Ein Hoffnungsschimmer ist Atuzaginstat (COR388), ein Medikament, das Gingipaine blockiert und so das Fortschreiten von Alzheimer verhindern könnte. Jedoch wurde diese vielversprechende Studie 2022 von der amerikanischen Behörde für Arzneimittel (FDA) wegen Hinweisen auf Leberschädigungen abgebrochen.
 

Die Hinweise auf einen kausalen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Alzheimer verdichten sich, was zukünftige Therapieansätze verspricht. 
Uns Zahnärztinnen und Zahnärzten kommt dabei eine zentrale Rolle bei der Prävention von Alzheimer zu, auch wenn die Politik es uns nicht leicht macht.

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Der Autor

Photo von Tilmann Seifert

Dr. Tilmann Seifert

Mein Name ist Tilmann Seifert und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin.
Mit dem TOOTHLETTER möchte ich ein Format schaffen, über das insbesondere viel beschäftigte Praktiker:innen einen stetigen Input zu brandaktuellen Themen aus der Zahnmedizin bekommen. Und das in einer Aufmachung, die Lust auf's Lesen macht.

 

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