Präps, Füllungen, WKBs - dafür hat uns die Uni (einigermaßen) fit gemacht. Aber Praxisgründung? Pustekuchen. Wenn dann plötzlich Businessplan, Finanzierung, Versicherungen und tausend andere Entscheidungen auf einen einprasseln, fühlt man sich schnell überfordert.
"Ich war am Anfang völlig erschlagen", sagt Christopher Schwenn. Er eröffnet am 1.4.2025 seine eigene Praxis in Michendorf bei Potsdam. Mit der Toothletter-Community teilt er exklusiv seine 7 wichtigsten Learnings:
1. Fokussier Dich!
Vergiss die romantische Vorstellung vom Gründen nach Feierabend. Entweder Du reduzierst Deine Anstellung auf Teilzeit oder Du kündigst komplett. Die Planung Deiner Praxis braucht Deine volle Aufmerksamkeit!
(Hand aufs Herz: Wie fit bist Du nach einer langen Präp und 5 WKBs noch für Finanzierungsgespräche?)
2. Nutze alle Fördermöglichkeiten.
Diese 4 Fördertöpfe solltest Du auschecken, sobald die Gründung konkret wird:
- 💰 Gründerkredit der KfW ("StartGeld")
- 💰 Förderprogramme Deiner Landesbank
- 💰 Niederlassungsförderung in unterversorgten Regionen durch KZVen und Länder (Beispiel: Thüringen)
- 💰 Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit: 300€/Monat zusätzlich zum ALG I für 6 Monate (sogar nach dem Start der Selbstständigkeit) → bis zu 17.000€, die nicht zurückgezahlt werden müssen.
(Wichtig: Für den Zuschuss müssen mind. 150 Tage Restanspruch auf ALG I bestehen. Mehr Infos)
3. Wähle Deine Partner strategisch.
Ein top Steuerberater ist Gold wert. Genau wie ein kompetenter Versicherungsmakler (man braucht soo viele Versicherungen!) und ein zuverlässiger Depotpartner. Diese drei Kontakte sind superwichtig für einen erfolgreichen Start. Aber denk dran: Auch Berater wollen Geld verdienen. Schlaf lieber nochmal drüber, bevor Du dich festlegst.
Pro-Tipp: Frag Deinen Makler oder Depotberater direkt, wie sie ihr Geld verdienen. 🤑
4. Preise vergleichen (und verhandeln).
Die UVP-Preise für Depot, Möbel, IT und Material sind oft bis zu 40% über dem Marktpreis. Vergleiche Angebote (z.B. über Wawibox) und scheue Dich nicht vor Verhandlungen. Das macht echt einen finanziellen Unterschied!
5. Denk nicht zu klein!
Plane Deine neue Praxis lieber etwas zu großzügig. Teure Geräte wollen genutzt werden. Eine größere Praxis bedeutet mehr Auslastung und - mindestens genauso wichtig - kollegialen Austausch. Die Einzelkämpfer-Praxis war gestern.
6. Das Personal macht den Unterschied.
Das beste Team findest Du oft in Deinem bestehenden Netzwerk. Sprich frühzeitig mit Kolleg:innen aus Deinen vorherigen Anstellungen. Loyale Mitarbeiter:innen, die Dich und Deine Arbeitsweise schon kennen, sind unbezahlbar.
7. Einfach machen (auch Fehler).
Monatelanges Grübeln über den perfekten Grundriss oder die perfekte Möblierung des Wartebereichs kostet Dich (unnötig) viel Zeit. Zeit, in der Du schon Geld mit der eigenen Praxis verdienen könntest. Perfekt wird es sowieso nie. Manchmal muss man einfach machen! 💪
Bonus: Digitalisier Dich!
Versuch von Beginn an smarte, digitale Prozesse zu implementieren. Das spart viel Zeit. Beispiele sind digitale Anamnese, Aufklärung und digital signierte Dokumente. Außerdem konnte ich durch Online-Terminvereinbarungstools schon vor Praxisstart über 100 Termine vergeben. 🚀