­ ­ ­
­

Im Browser öffnen

Hinweis für Gmail (App) Nutzer:
Rechts oben auf die 3 Punkte drücken und "Im hellen Design anzeigen"

­
­ ­ ­

Toothletter

­

Deine News aus der Zahnwelt

­
­

Inhalt

Verdachtsdiagnose

Gelernt und vergessen

Wissenschaft

Über 

Hey ,
 
Die Community hat das Thema für die dieswöchige "Gelernt und vergessen"-Rubrik bestimmt: Antikoagulantien 🙌

 

Willst Du das nächste Mal auch mitbestimmen? 
Folge mir auf Instagram und nimm an der nächsten Abstimmung teil! 📊
 
Hab ein erholsames Wochenende!
Dein Tilmann

­

📩 Wenn Dir der Toothletter weitergeleitet wurde: 
hier kostenlos abonnieren 

­

Die Verdachtsdiagnose

Verdachtsdiagnose

Transluzenz im Bereich d. re. Mandibula (Bild: TS)

Befund: Transluzenz im Bereich d. re. Collums und d. re. Kieferwinkels

Fragestellung: Was sind mögliche Verdachtsdiagnosen? Wie sollte als nächstes vorgegangen werden?

­
Hier geht's zur Auflösung!
­

Gelernt und vergessen

Gestresster Zahnarzt

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Von Plavix bis Xarelto: Der richtige Umgang mit Antithrombotika in der Zahnarztpraxis

Mehr als 1 Mio. Menschen in Deutschland nehmen blutverdünnende Medikamente (= Antithrombotika) ein. Die (historisch) geläufigsten sind ASS und Marcumar. Allein der Gedanke an den INR-Wert kann für Schweißperlen auf der Stirn sorgen. 🥵


Und dann sind da noch die neuen, direkten oralen Antikoagulantien, kurz: DOAK. Seit deren Erfindung Anfang der 2000er Jahre hat sich die Verschreibungsrate der Antikoagulantien mehr als verdoppelt. Warum? Die Einnahme ist für die Patienten deutlich leichter. Plus, es muss kein INR mehr gemessen werden (yay!).  

Aber wer kann sich die ganzen unterschiedlichen Medikamente und deren Wirkmechanismen merken?!

Good News: Das musst Du gar nicht! 😋
 

Hier sind 5 wichtige Regeln für die Praxis:
 

1. Halte immer Rücksprache mit dem behandelnden Hausarzt/Kardiologen
2. Führe nur solche Eingriffe durch, deren Komplikationsmanagement Du beherrschst
3. Plane Deine Strategie für die Wunderversorgung VOR dem Eingriff
4. Entlasse Deine Patienten erst wenn die LA nicht mehr wirkt (Nachblutung!)
5. Plane risikobehaftete Eingriffe nicht für Freitags ein
 

Laut der Leitlinie von 2017 dürfen die folgenden Medikamente (in Monotherapie!) bei "einfachen zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen im komprimierbaren Bereich" fortgeführt werden:
 

🩸Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar* u.a.)
🩸Dabigatran (Pradaxa)
🩸Faktor-Xa-Inhibitoren* (Rivaroxaban/Xarelto, Apixaban/Eliquis, Edoxaban/Lixiana)
🩸Acetylsalicylsäure (ASS)
🩸Clopidogrel (Plavix)
🩸Ticagrelor (Brillique)
 

*Sonderfall Marcumar: Der INR muss im sog. therapeutischen Bereich liegen. Der ist abhängig von der Indikation für Marcumar und reicht von 2 - 3,5.
 

*Sonderfall "-Xabane": Eingriffe sollten möglichst kurz vor der nächsten regulären Einnahme erfolgen.
 

Was solltest Du bereithalten? 
Nahtmaterial, Hämostyptika (Kollagenvlies o.ä.), Tranexamsäure und gegebenenfalls eine vorher angefertigte Verbandsplatte (im Notfall kann auch ein Alginatabdruck herhalten 🚑)
 

CAVE: Bei dualer Thrombozytenaggregationshemmung (z.B. ASS + Clopidogrel) ist die Behandlung in einer Klinik ein absolutes MUSS.
 

⚠️ Disclaimer: Antithrombotika sind ein super komplexes Thema. Ich habe mich sehr bemüht, es für den Praxisalltag zu vereinfachen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.
 
Sei immer auf der sicheren Seite und besprich das Vorgehen mit dem behandelnden Hausarzt / der behandelnden Kardiologin.
 

⬇️ Bonusmaterial zum Download:
 
Template zur leichteren Absprache mit dem Hausarzt

Vielen Dank an Dr. Dr. Tröltzsch (@dr.danieltroeltzsch) für die Mitarbeit an diesem Artikel!

­

Stopp! ✋

Ich habe eine Bitte an Dich, :

Der Toothletter ist und bleibt für Dich kostenlos. Wenn Du etwas Neues gelernt hast, würde ich mich freuen, wenn Du den Toothletter mit einer Person teilst, die auch Freude daran haben könnte! Danke! 🙏🏼

Mit WhatsApp verschicken!

Alternativ kannst Du auch diese E-mail weiterleiten oder den folgenden Link kopieren:

­
toothletter.de
­

↓ Jetzt gehts weiter ↓

­

Wissenschaft

Implantat in Granit

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Ist Vitamin D wirklich das Wundermittel für den Implantaterfolg? 

In vielen Fortbildungen als Geheimwaffe für die erfolgreiche Osseointegration von Implantaten angepriesen: Vitamin D3. Aber ist das wirklich so? Ich habe für Dich einen Blick in die Literatur geworfen 👇
 

Wie war das noch in der Physiologie? Vitamin D3 wird im Körper unter dem Einfluss von ausreichend UV-B Strahlung gebildet. Es wird dafür benötigt, um Calcium zu absorbieren und spielt damit eine wichtige Rolle für den Knochenstoffwechsel. Außerdem ist es essentiell für das Immunsystem und unsere Nervenfunktionen.
 

Substituierst Du schon oder sonnst Du Dich noch? Laut einer Studie von 2020 haben 40% aller Europäer einen Vitamin-D3-Mangel. Das liegt an der geringen Sonnenstrahlung im europäischen Winter. Dieser Mangel geht Studien zufolge nicht nur mit mehr Frakturen, sondern auch mit einer erhöhten allgemeinen Sterberate einher. 
(Für mich Grund genug, in den Wintermonaten meinen V-D3 Spiegel zu tunen 🚀)
 

Mehr Vitamin D3 = Weniger Implantatverluste? Physiologisch macht das auf den ersten Blick viel Sinn. Laut Prof. Al-Nawas und Prof. Kämmerer (2022) konnte in einigen Tierstudien gezeigt werden, dass ein Vitamin D3-Mangel die Osseointegration beeinträchtigen kann. Eine entsprechende Supplementierung förderte die Knochenbildung im Bereich der Implantate. Bei gesunden Tieren und Vitamin D3-suffizienten Tieren hatte das aber kaum einen Effekt. Es wird angenommen, dass auch bei Menschen die Osseointegration von Implantaten durch Vitamin D3 unterstützt werden kann.
 

Bottom Line: Insgesamt ist die Studienlage aber recht uneindeutig und mehr als eine Tendenz kann aktuell nicht abgeleitet werden. Vitamin D3-Substitution hat, besonders bei Patient:innen mit Vitamin D3-Mangel, sicherlich keine Nachteile. Solange die tägliche Höchstdosis von 4000 IU beachtet wird ☝️

Du kennst jemanden, der ein Toothletter-WissensUpdate gebrauchen könnte? Dann leite diese Email einfach weiter oder verschicke diesen Link

­

Der Autor

Photo von Tilmann Seifert

Dr. Tilmann Seifert

­

Mein Name ist Tilmann Seifert und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin.
Mit dem TOOTHLETTER möchte ich ein Format schaffen, über das insbesondere viel beschäftigte Praktiker:innen einen stetigen Input zu brandaktuellen Themen aus der Zahnmedizin bekommen. Und das in einer Aufmachung, die Lust auf's Lesen macht.

 

­

Du hast Feedback? Oder einen Themenvorschlag? Schick einfach eine Mail an

[email protected]

­

Klicke hier, um Dich vom Toothletter abzumelden 🥲

Impressum