Im Browser öffnen

Hinweis für Gmail (App) Nutzer:
Rechts oben auf die 3 Punkte drücken und

→ "Im hellen Design anzeigen" ←

Ausgabe 05-1

Toothletter Logo

TOOTHLETTER

Dein 5-Minuten-Wissens-Update aus der Zahnwelt


Inhalt

[NEU] Hands-On

Evidenzcheck

CME-Quiz

Toothletter Pro Mitglieder verdienen 2 CME-Punkte mit dieser Ausgabe 🎖️

Hi !


Freue mich, Dir heute eine super interaktive Toothletter Ausgabe präsentieren zu können – mit einer ganz neuen Rubrik: Hands-On. 🙌🏼


Zu diesem Thema hätte ich mir vor einigen Jahren so sehr Nachhilfe gewünscht. Bin gespannt, wie Du es findest!


Hab einen schönen 1. Mai!


Dein Tilmann

📩 Wenn Dir der Toothletter weitergeleitet wurde:
hier kostenlos abonnieren

[NEU] Hands-On

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Die Schnittführungs-Blaupause (Ein How-To)

Meine oralchirurgische Ausbildung war nicht gut. 


Ob Tilmann deswegen nicht mehr am Patieten arbeitet, fragst Du Dich jetzt vielleicht. Dabei bin ich kein schlechter Oralchirurg. Ich und meine Kolleg:innen mussten uns nur alles selbst, beziehungsweise gegenseitig, beibringen. 

Unseren Ausbildern Fragen zu stellen wurde mit abfälligen Blicken oder bissigen Kommentaren abgestraft.


Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich als blutiger Anfänger nach jeder Lokalanästhesie krampfhaft überlegt habe, wie ich schneiden soll. So viel Angst hatte ich davor, bei der Schnittführung etwas falsch zu machen.


Weil ich an Fragen stellen und gute Ausbildung glaube, habe ich für diesen Beitrag meinen oralchirurgischen Kollegen Dr. Tristan Hampe eingeladen. Er ist Oberarzt bei Prof. Khoury und parallel in eigener Praxis tätig.


Tristan demonstriert am Beispiel einer operativen Weisheitszahnentfernung, worauf Du bei der Schnittführung achten musst. Und wieso am besten jede:r implantologisch Interessierte zuerst mit Weisheitszähnen anfangen sollte.


Ich bin unfassbar begeistert davon, wie viel Mühe sich Tristan dabei gegeben hat. So eine tolle Step-by-Step Anleitung findest Du in keinem Lehrbuch. (Und Du bekommst es hier im Toothletter for free! 😌)


­ ­ ­
­ ­
­ ­ ­
Zur Schnittführungs-Blaupause
­

Dr. Tristan Hampe


Du kennst jemanden, der ein Toothletter-Wissens-Update gebrauchen könnte? Dann leite diese Email einfach weiter oder verschicke diese Episode mit WhatsApp

Evidenzcheck

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Mouth Taping: Lieber ersticken, als durch den Mund zu atmen?

Ich war meine gesamte Kindheit und Jugend abhängig. Ohne Nasenspray konnte ich einfach nicht schlafen. Kein Wunder: Ich hatte Asthma, eine schiefe Nasenscheidewand und ich war gegen so ziemlich alles allergisch. Ins Bett gehen ohne Nasenspray bedeutete mitten in der Nacht mit Pappfresse aufzuwachen. Nein, danke.


Wäre mein jugendliches Ich bei einem Insta-Zahnarzt aus 2026 gelandet – er hätte mir wahrscheinlich "Mouth Taping" empfohlen und ich wäre leise im Schlaf erstickt…

Was hat es also mit diesem Social-Media-Trend auf sich, bei dem sich selbstoptimierende Influencer nachts den Mund zukleben? Könnte das vielleicht doch ein sinnvolles Add-On für unser Behandlungsrepertoire sein? Ich habe den Trend für Dich unter die Lupe genommen, . 🕵🏼‍♂


Wieso ist Mundatmung überhaupt schlecht? Wenn wir nachts nicht durch die Nase atmen, trocknet die Mundschleimhaut aus –  logisch. Und das kann indirekt die Kariesbildung fördern (2025). Außerdem gibt es eine starke Korrelation zwischen mundatmenden Kindern und Befunden wie Retrognathie, offenem Biss oder Kreuzbiss. Sogar verengte obere Atemwege wurden beobachtet (2021).


Rein anatomisch betrachtet macht das total Sinn. Stell's Dir einfach mal bildlich vor: Was passiert in Deinem Mund, wenn Du im Bett liegst und den Mund öffnest? Der Unterkiefer verlagert sich nach dorsal und die Zunge rutscht nach hinten. Dadurch steigt der Widerstand in den oberen Atemwegen und das begünstigt obstruktive Schlafapnoe (2003).


Genau das will Mouth-Taping verbessern – inklusive besserem Schlaf, weniger Mundtrockenheit, Karies und Schnarchen (2025). Aber wie viel Evidenz steckt überhaupt hinter diesen Behauptungen?


Du hast es Dir wahrscheinlich schon gedacht: Ziemlich wenig. Es gibt gerade mal 2 Pilotstudien, die eine Verbesserung von Schlafapnoe-Parametern gemessen haben. Beide schlossen ausschließlich Patient:innen mit milder obstruktiver Schlafapnoe und ohne Nasenobstruktion ein (2014, 2022). Eine weitere Studie konnte zwar bei Patient:innen mit moderater Mundatmung einen positiven Effekt durch Mouth Taping messen. Bei denen mit ausgeprägter Mundatmung verschlechterte sich die Ventilation aber deutlich (2024). 


Wegen dieser heterogenen Effekte stuft die American Academy of Sleep Medicine die unkontrollierte Anwendung von Mouth Taping als „extremely dangerous" ein (2023).


Was bedeutet das für uns Zahnärzt:innen? Gerade unsere jüngeren Patient:innen sind leicht durch solche Social-Media-Trends beeinflussbar. Wenn Du etwas von Mouth Taping hörst, klär über mögliche Gefahren auf. Besonders bei Patient:innen mit chronischer Nasenobstruktion, schwerer obstruktiver Schlafapnoe oder Tonsillenhypertrophie. Kinder sollten erst recht die Finger vom Tape lassen.


Zeichen für Mundatmung müssen wir trotzdem ernstnehmen. Bei Kindern und Jugendlichen hat persistierende Mundatmung fast immer eine anatomische Ursache: Zum Beispiel hypertrophe Tonsillen. Und das muss dringend durch die HNO abgeklärt werden. Danach, falls nötig, KFO und zusätzlich orofaziale myofunktionelle Therapie. Bei Erwachsenen mit obstruktiver Schlafapnoe helfen Schlaflabor und Protrusionsschiene (2018).


Bottom Line:


  • Die American Academy of Sleep Medicine nennt Mouth Taping „extremely dangerous"
  • Bei ausgeprägter Mundatmung kann Mouth Taping die Ventilation aktiv verschlechtern
  • Kein Mouth Taping bei chronischer Nasenobstruktion, schwerer Schlafapnoe oder Tonsillenhypertrophie (und schon gar nicht bei Kindern!)

Weiterlesen...

  • 📊 Du interessierst Dich für Airway Dentistry? Geh auf toothletter.de/wunschliste und bestimm mit über die nächsten Themen


  • ➡️ Sind Weisheitszähne für tertiären Engstand verantwortlich? Hier erfährst Du mehr


  • ➡️ Antibiotikum vor 8er OP? Hier geht's zum Leitlinien-Update


  • 📚 Im Toothletter-Archiv findest Du alle bisherigen Ausgaben 
TL Pro

Nur für Pros: Das CME-Quiz

Noch kein Pro-Mitglied? Guck Dir ruhig das CME-Quiz an – hättest Du es richtig gelöst? :)

­

 

Was musst Du wissen? 

 

  • 2 CME Punkte (Nur für Pros)
  • Du musst mindestens 7/10 Fragen richtig beantworten
  • Das Zertifikat wird Dir innerhalb von ein paar Minuten per Mail zugeschickt (Nur für Pros)
  • Nicht bestanden? Du kannst das Quiz wiederholen 🤓

 

→ Hier geht's zum Quiz ←

 

­
­

Alle Infos zur Toothletter Pro Mitgliedschaft findest Du hier:
 

https://pro.toothletter.de

­

Toothletter-Shop

Du hast Angst vor Wechselwirkungen, wenn Du Medikamente verschreibst? Nie wieder!

­
Mehr Infos

Mit diesem Leitfaden wirst Du in 5 Minuten Expert:in im Umgang mit Bisphosphonat-Patienten.

­
Mehr Infos

Der Blutbild-Navigator bietet Dir auf einen Blick alle relevanten Blutwerte – und was das für Dich bedeutet.

­
Mehr Infos

Sei nie wieder überfordert bei der Behandlung von Schwangeren (Lokalanästhesie, Antibiotika etc.).

­
Mehr Infos

Der Autor

Dr. Tilmann Seifert

­

Hey, ich bin Tilmann und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin. Seit Januar 2024 gebe ich jeden zweiten Freitag den Toothletter heraus – den Newsletter, den ich selbst gebraucht hätte, als ich 9 Stunden am Tag in der Praxis stand und keine Zeit für Leitlinien hatte.


Meine Mission: Ich will möglichst viele Zahnärzt:innen im Praxisalltag mit einfach zugänglichem Wissen unterstützen. Dabei ist mir wichtig, dass der Toothletter immer transparent und unabhängig ist.

Dr. Tilmann Seifert
10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

Die in diesem Newsletter bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der fachlichen Fortbildung von Zahnärzt:innen. Sie ersetzen nicht die persönliche professionelle Urteilsbildung und Entscheidungsfindung im Einzelfall. Es liegt in der Verantwortung der Behandelnden, die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen zu überprüfen.

Impressum | Datenschutz

Klicke hier, um Dich vom Toothletter abzumelden 🥲 


oder ändere hier Deine Kontaktdaten