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Ausgabe 05-2

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TOOTHLETTER

Dein 5-Minuten-Wissens-Update aus der Zahnwelt


Inhalt

Verdachtsdiagnose

Meet the Expert

CME-Quiz

Toothletter Pro Mitglieder verdienen 2 CME-Punkte mit dieser Ausgabe 🎖️

Hey ,


diese Ausgabe erreicht Dich aus Portugal – ich mache hier fast 3 Wochen Urbeit. Oder Arlaub? (Du weißt schon, was ich meine. 😇)


Neulich hat die TL Community auf Insta darüber abgestimmt, über welches Thema ich mich mit Prof. Andreas Filippi unterhalten solle:

Daraus ist die heutige Ausgabe von "Meet the Expert" zum Thema Mundtrockenheit geworden. Es war ein super interessantes Gespräch – bin gespannt auf Dein Feedback!


Genieß das Wochenende 🌴

Dein Tilmann


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Verdachtsdiagnose

Bläulich-livide Läsion an der Unterlippe

(Bild: Dr. Helena Schweizer)

Was ist Deine Verdachtsdiagnose?

Befund: Bläulich-livider Knoten im Vestibulum der Unterlippe


Fragestellung: Verdachtsdiagnose? Therapie?

Hier geht's zur Auflösung!

Vielen Dank an Helena, die diesen Fall mit der Toothletter Community geteilt hat. 🙏🏼


Meet the Expert

Im Gespräch mit Prof. Andreas Filippi

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Für das beste Leseerlebnis klick hier:

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Tabasco gegen Mundtrockenheit? 5 Praxistipps von Prof. Andreas Filippi

1. Was sind die besten Tipps für Zahnärzt:innen, um Mundtrockenheit festzustellen?


Eins vorweg – wir reden hier über 2 unterschiedliche Entitäten: Im Studium hast Du gelernt, dass Mundtrockenheit gleich Xerostomie ist. Das ist aber bloß eine Variante, und zwar die subjektiv empfundene Mundtrockenheit. Die andere Variante ist die objektive Mundtrockenheit (=Hyposalivation). In diesem Beitrag wird das Wort Mundtrockenheit synonym für Hyposalivation benutzt.


Nur wie unterscheidest Du das? Hier sind 4 gute Tipps, um eine (objektive) Mundtrockenheit zu erkennen:


  • Schaumiger Speichel
  • Plaque am Gaumen oder Zungenrücken
  • Spiegel bleibt bei der Untersuchung an Wange oder Zunge kleben
  • Veränderung der Zunge bei länger anhaltender Mundtrockenheit → glänzender / papillenarmer Zungenrücken oder Lobulierung

Als Hilfe zur systematischen Untersuchung auf Mundtrockenheit kannst Du Dich an diesem Fragebogen entlanghangeln (Clinical Oral Dryness Score).


Praxistipp: Eine ausreichende Hydratation kannst Du übrigens super schnell messen – auch bei Dir selbst. Dafür klappst Du einfach die Unterlippe um, trocknest sie mit einer Watterolle und wartest 60 Sekunden ab. Wenn sich dort in dieser Zeit sichtbare Speicheltröpfchen gebildet haben, dann hat der Patient (oder Du) heute genug getrunken.


2. Was sind die häufigsten Ursachen für Mundtrockenheit?


Es gibt sowohl Grunderkrankungen als auch Medikamente, die Mundtrockenheit auslösen können (am schwierigsten wird es, wenn beides zusammenkommt).


Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes mellitus Typ I oder Schilddrüsenunterfunktion beeinträchtigen direkt die Speichelfließrate. Rheumatologische chronisch-entzündliche Erkrankungen treten häufig zusammen mit Sjögren (= Sicca Syndrom) auf. Bei diesen Patient:innen sind besonders die Speicheldrüsen und die Tränendrüsen betroffen.


Medikamente, die besonders stark mit Mundtrockenheit assoziiert werden, sind sog. anticholinerge Medikamente. Dazu gehören unter anderem trizyklische Antidepressiva (z.B. Amitriptylin), Parkinson-Therapeutika wie Biperiden, Antipsychotika wie Quetiapin oder Arzneimittel gegen Übelkeit wie Dimenhydrinat. Auch Chemotherapeutika können Mundtrockenheit begünstigen.


Wir Zahnärzt:innen dürfen natürlich nicht eigenmächtig in diese Medikationen eingreifen. Was wir aber tun können – und sollten – ist, dass wir mit den verschreibenden Ärzt:innen sprechen. Wir können unseren Patienten nämlich helfen, wenn


  1. gegebenenfalls die Dosis reduziert werden kann oder 
  2. das Medikament - falls möglich - gewechselt wird oder
  3. der Einnahmezeitpunkt von abends auf morgens oder mittags verlegt werden kann (weil: Einnahme am Abend führt zu unangenehmer Mundtrockenheit in der Nacht – Die Patienten wachen dadurch häufig auf.)


Praxistipp: Betone in solchen Gesprächen den Leidensdruck des gemeinsamen Patienten – dann reagieren die jeweiligen Ärzt:innen besser auf die zahnärztliche Empfehlung ... 😇


3. Welche Probleme werden von Mundtrockenheit verursacht?


Im Studium mussten wir alle mal die Funktionen des Speichels auswendig lernen. Aber was passiert, wenn die ausbleiben, weil kein Speichel mehr da ist? Klar: Karies. Besonders an den Stellen, wo sie normalerweise eher selten auftritt – an Glattflächen und Zahnhälsen. Und das sogar schon nach kurzem Bestehen der Mundtrockenheit.


Was auch häufig auftritt, sind Pilz-Infektionen. Zum Beispiel am Gaumen oder Zungenrücken. Außerdem gleiten Zunge und Wangenschleimhaut nicht mehr so gut an den Zähnen oder am Zahnersatz entlang. Deswegen kommt es viel häufiger zu kleinen Verletzungen an der Schleimhaut.


Die betroffenen Patient:innen selbst haben Probleme beim Sprechen und beim Schlucken. Sie müssen beim Essen ständig etwas trinken, damit sie überhaupt etwas herunterbekommen. Deshalb ernähren sie sich häufig nur noch von leichten, kohlenhydratreichen Mahlzeiten, die leicht zu schlucken sind (und das verstärkt wieder den ersten Punkt: Karies).


Das aus zahnärztlicher Sicht oft herausforderndste Symptom ist das Mund-Zungen-Brennen (Burning Mouth Syndrome). Die sekundäre Form hat immer eine Ursache. Zum Beispiel Mundtrockenheit, aber auch Korrosion oder Pilzinfektion. Bei der primären Form gibt es hingegen gar keine erkennbare Ursache für das Brennen. Hier kann es helfen, mit

Capsaicin die Symptome zu lindern. Wie das funktioniert?


Praxistipp: 10 Topfen Tabasco in 0,2 l Wasser verdünnen und damit den Mund mehrere Minuten lang ausspülen (nicht schlucken). Über mehrere Wochen wird die Dosis langsam erhöht. Diese Therapie muss dauerhaft durchgeführt werden.

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Ich habe Herrn Prof. Filippi noch 2 weitere spannende Fragen gestellt: Zu den besten Verhaltenstipps für Patient:innen, die unter Mundtrockenheit leiden und zu Speichelersatzmitteln. Damit der Toothletter gewohnt übersichtlich bleibt, findest Du die komplette Version mit allen 5 Tipps hier 👇


→ Vollständige Version ←



Herzlichen Dank an Herrn Prof. Filippi für das Gespräch! 🙏🏼


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  • 📚 Im Toothletter-Archiv findest Du alle bisherigen Ausgaben 
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Nur für Pros: Das CME-Quiz

Noch kein Pro-Mitglied? Guck Dir ruhig das CME-Quiz an – hättest Du es richtig gelöst? :)

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Was musst Du wissen? 

 

  • 2 CME Punkte (Nur für Pros)
  • Du musst mindestens 7/10 Fragen richtig beantworten
  • Das Zertifikat wird Dir innerhalb von ein paar Minuten per Mail zugeschickt (Nur für Pros)
  • Nicht bestanden? Du kannst das Quiz wiederholen 🤓

 

→ Hier geht's zum Quiz ←

 

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Der Autor

Dr. Tilmann Seifert

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Hey, ich bin Tilmann und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin. Seit Januar 2024 gebe ich jeden zweiten Freitag den Toothletter heraus – den Newsletter, den ich selbst gebraucht hätte, als ich 9 Stunden am Tag in der Praxis stand und keine Zeit für Leitlinien hatte.


Meine Mission: Ich will möglichst viele Zahnärzt:innen im Praxisalltag mit einfach zugänglichem Wissen unterstützen. Dabei ist mir wichtig, dass der Toothletter immer transparent und unabhängig ist.

Dr. Tilmann Seifert
10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

Die in diesem Newsletter bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der fachlichen Fortbildung von Zahnärzt:innen. Sie ersetzen nicht die persönliche professionelle Urteilsbildung und Entscheidungsfindung im Einzelfall. Es liegt in der Verantwortung der Behandelnden, die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen zu überprüfen.

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