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Ausgabe 05-3

Toothletter Logo

TOOTHLETTER

Dein 5-Minuten-Wissens-Update aus der Zahnwelt


Inhalt

Verdachtsdiagnose

Gelernt und vergessen

Leitlinien-Update

CME-Quiz

Toothletter Pro Mitglieder verdienen 2 CME-Punkte mit dieser Ausgabe 🎖️

Hey !


Heute ist Toothletter-Pro-Day. 🥳 Genau vor einem Jahr ist die Pro-Mitgliedschaft live gegangen und die ersten Mitglieder haben mittlerweile über 50 CME-Punkte mit dem Toothletter gesammelt. (Yay!)


Aber das ist noch nicht alles: Über die Pro-Whatsapp-Community wurden in dieser Zeit hunderte Nachrichten zu Praxisfragen und Patientenfällen ausgetauscht.


Ich schicke dir ein letztes Mal Grüße von der Algarve (morgen geht's zurück!)


Dein Tilmann


📩 Wenn Dir der Toothletter weitergeleitet wurde:
hier kostenlos abonnieren

Verdachtsdiagnose

Tief zerfurchter Zungenrücken

(Bild: TS)

Was ist Deine Verdachtsdiagnose?

Befund: Der Zungenrücken weist tiefe Furchen und erythematöse Areale mit weißlich-gelber Zeichnung auf


Fragestellung: Verdachtsdiagnose? Therapie?

Hier geht's zur Auflösung!
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Doctolib

Jubiläum: 1 Jahr Toothletter Pro (+ Verlosung)

Toothletter Pro zu starten, war für mich ein riesiger Schritt. Nicht nur für mich persönlich als Unternehmer, sondern auch für den Toothletter selbst – der dadurch viel unabhängiger von Werbeeinnahmen und damit auch von der Einflussnahme durch die Industrie geworden ist.


Aber bis es überhaupt so weit war, ist fast ein ganzes Jahr vergangen: Ich hatte den Toothletter nämlich schon im Sommer 2024 bei der Berliner KZV als Fortbildungseinrichtung anerkennen lassen.


Ich habe wirklich jeden Vorwand genutzt, um dieses Thema zu prokrastinieren. Ohne zu wissen, wieso. Kurz vor Weihnachten 2024 habe ich mich an ein leeres Blatt Papier gesetzt und alles aufgeschrieben, was mich davon abhielt, Toothletter Pro umzusetzen.


Was dabei herauskam? Ich hatte Angst. Angst davor, wie meine Leser:innen reagieren würden. Und Angst davor, dass sich niemand anmelden würde.


Was dann am Launch-Day passiert ist, hätte ich mir niemals erträumen lassen: In nur 53 Minuten war mein limitiertes Angebot von 33 Plätzen zum Start ausverkauft. Ich war überglücklich… 🥹


Um diesen Moment von vor einem Jahr zu feiern, habe ich ein besonderes Jubiläumsangebot vorbereitet:


Diejenigen, die sich in den nächsten 33 Stunden für ein Toothletter Pro Jahresabo entscheiden


  • bekommen 33% Nachlass auf den regulären Preis
  • nehmen an der Verlosung für ein kostenloses Jahresabo teil
  • haben die Chance auf eins von 10 Toothletter Pro Surprise Welcome Packages (first come, first served!)


Für wen ist die Mitgliedschaft? Toothletter Pro ist für Dich, wenn Du eh schon den Toothletter liest und dabei noch CME-Punkte sammeln willst. Aber Toothletter Pro ist vorallem auch dann für Dich, wenn Du Dich gerade selbstständig gemacht hast und Deine Wochenenden in der Praxis verbringst, anstatt zu Fortbildungen zu fahren. Oder wenn Du gerade ein Kleinkind zuhause hast und Dich am Ende des Tages fragst, wo die Zeit geblieben ist. Oder beides.


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Ich will Pro werden! 🤩
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↓ Jetzt gehts weiter ↓

Gelernt und vergessen

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Passiert nicht nur Anfängern: Die Alveolitis sicca

Als ich die Treppen zu meinem Fitnessstudio hochlaufe, kann ich es nicht glauben: Dem Mitte-dreißigjährigen, der rauchend am Eingang steht, hatte ich die Weisheitszähne gezogen. Vor einem Tag erst hatte er mir Vorwürfe gemacht, weil er noch Schmerzen habe. Ha – busted!


Zu meinem Glück schaut er einfach durch mich durch. (Kennst Du auch das Zorro-Phänomen? Wenn Patient:innen einen ohne Maske und Kittel einfach nicht erkennen?🦸🏻‍♂️)


Die Diagnose bei dem Gymgänger war eindeutig gewesen. Er hatte starken Foetor ex ore und die leere Alveole sah grünlich-grau aus. Die Schmerzen im Unterkiefer hatten 2-3 Tage nach der OP angefangen. Alles klassische Zeichen einer Alveolitis sicca (Synonym: Dry Socket).


In der Praxis passiert das gar nicht so selten: Bei Routine-Extraktionen liegt die Inzidenz bei 0,5-7% und bei chirurgischen Entfernungen impaktierter unterer Weisheitszähne sogar bei bis zu 37,5% (2022).


Aber was sind die Risikofakoren? Der Risikofaktor mit dem größten Impact ist Rauchen. Bei Raucher:innen kommt es mehr als dreimal so häufig zu einer Alveolitis sicca (2022). Patient:innen, die die Pille nehmen, trifft es fast doppelt so oft (2016). Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Alveolitis sicca bei längeren, traumatischen OPs (2012). Mundhygiene und eine vorausgegangene lokale Infektion spielen auch eine Rolle.


🧠 [RECAP] Wie kommt es überhaupt zu dieser lokalen Komplikation? 

Nach einer Extraktion schützt das Blutkoagel normalerweise die Alveole. Bei einer Alveolitis sicca wird dieses Koagel vorzeitig abgebaut. Als Auslöser gelten Gewebetrauma und bestimmte Bakterien, die lokal die Fibrinolyse aktivieren. Gleichzeitig können schmerzauslösende Mediatoren wie Kinine freigesetzt werden, die die Schmerzfasern im freiliegenden Alveolarknochen reizen. So lässt sich der typische Tiefenschmerz der Alveolitis sicca nach der Fibrinolyse-Hypothese von Birn erklären (1973).


Die Behandlung der Alveolitis sicca ist tricky. Schon die kleinste Berührung des Wundsitus lässt Patient:innen vor Schmerzen aufstöhnen. Deshalb: Mit möglichst hohem Adrenalinanteil anästhesieren (1:100.000, falls nicht kontraindiziert). Zusätzlich kannst Du Anästhetikum direkt in die leere Alveole geben und kurz einwirken lassen. In manchen Fällen reicht die Wundreinigung mit NaCl-Spülung. Wenn der Knochen wirklich blank liegt, musst Du kürettieren, bis wieder frisches Blut in die Alveole sickert. Tipp: Nimm einen richtig scharfen Löffel und beeil Dich bei der Kürettage – Deine Patienten werden es Dir danken!


Helfen medikamentöse Einlagen wirklich? Was die Heilung angeht eher nicht. Intraalveoläre Einlagen können zwar die Schmerzen lindern und die Alveole mechanisch vor impaktierten Nahrungsresten schützen – das erfüllt aber auch eine einfache Naht. 


Wie kannst Du eine Alveolitis sicca vermeiden? Das Wichtigste ist, dass Du gut über das postoperative Verhalten aufklärst: Kein Rauchen, 48h keine starke körperliche Belastung, kein exzessives Mundspülen, gute MuHy. Damit managest Du die Erwartungshaltung und kannst bei Patienten wie meinem die Verantwortung (teilweise) abgeben. Außerdem helfen:


  • 🟢 Präoperative Spülung mit 0,12% oder 0,2% CHX (2022)
  • 🟢 Einlage von PRF in die Extraktionsalveole (2020)
  • 🟢 Präoperative Antibiotikagabe vor der Osteotomie (teil-)retinierter oder impaktierter Weisheitszähne laut Leitlinie (2024)


Meine eigene Erfahrung nach tausenden extrahierten Zähnen ist, dass die Angiogenese und Bildung von Granulationsgewebe nach der Wundrevision ohne Einlage am besten funktionieren. 💁🏼‍♂️


Leitlinien-Update

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Implantate trotz Bisphosphonaten – und das Nekroserisiko… sinkt?!

Obwohl ich durch meine Lupenbrille nur den OP-Bereich mit dem Implantat sehen konnte, spürte ich ihren Blick. Schon ein halbes Jahr vorher bei der Extraktion von 36 hatte sie mich so angestarrt – mit weit aufgerissenen Augen. Ob alles in Ordnung sei? Ja, alles super, gar keine Schmerzen. Sie habe nur Angst.


Frau Kunze* hatte in der Vergangenheit Bisphosphonate bekommen. Die Alternative für die implantatgetragene Brücke wäre eine Teilprothese gewesen und das wollte sie nicht. Aber waren die Implantate ein potentieller Risikofaktor für eine Kiefernekrose?


Gerade wurde ein Leitlinien-Update veröffentlicht, das diese Frage beantwortet. Eine der wichtigsten Erkenntnisse daraus: Prothesendruckstellen können Auslöser für eine Kiefernekrose sein. In einer Studie mit über 6.000 Brustkrebspatientinnen war die Kiefernekrose-Rate bei denen mit Vollprothese 3x höher als bei denen ohne Zahnersatz oder mit Teilprothese (2021). Implantatgetragener Zahnersatz könnte also das Kiefernekroserisiko senken.


Nur was muss dafür gegeben sein? Nach einer Extraktion solltest Du im Verlauf beobachten, wie normal die Knochenregeneration abläuft. Ein schlechtes Zeichen wäre: Über Monate bestehende scharfe Knochenkanten, die Du durch die Gingiva tasten kannst. Oder röntgenologisch leere Alveolen. Das lässt auf eine eher langsame Knochenneubildungsrate schließen und ist keine gute Grundvoraussetzung.


Was sind noch potentielle Kontraindikationen für Implantate bei diesen Risikopatient:innen?


  • ❌ Akute Infektionsherde
  • ❌ Vorausgegangene Kiefernekrose
  • ❌ Schlechte onkologische Prognose
  • ❌ Schlechte Mundhygiene und Compliance
  • ❌ Gleichwertige prothetische Versorgung ohne Implantate möglich
  • ❌ Hohes Kiefernekrose-Risikoprofil* (z.B. maligne Grunderkrankung, i.v. Bisphosphonate, lange Therapiedauer)

*Zur besseren Einschätzung des individuellen Risikos wird in der Leitlinie der AGSMO-Laufzettel empfohlen


Musst Du vor der Implantation Antibiotika verabreichen? Das Leitlinienupdate spricht sich ganz klar dafür aus. Was die konkrete Dosis oder die Dauer angeht, bleibt sie leider vage. Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass eine Single-Shot Gabe wie bei der Endokarditis-Prophylaxe ausreichend sei. Während die (seit 2023 abgelaufene) S3-Leitlinie zu Antiresorptiva-assoziierten Kiefernekrosen eine "prolongierte perioperative, systemische antibiotische Abschirmung" empfiehlt.


Bottom Line: Du kannst das Risiko einer Kiefernekrose bei diesen Risikopatient:innen nie ganz ausschließen. Deswegen ist es wichtig, dass Du die Nachsorge-Intervalle dem individuellen Risiko anpasst.


Du kennst jemanden, der ein Toothletter-Wissens-Update gebrauchen könnte? Dann leite diese Email einfach weiter oder verschicke diese Episode mit WhatsApp

Weiterlesen...

  • ➡️ Implantate bei Osteoporose: Was Du beachten musst


  • ➡️ Implantate zur Prophylaxe von Strahlennekrose?!


  • ➡️ Künstlicher Zahnschmelz aus der Tube: Hype oder heiße Luft?


  • 📚 Im Toothletter-Archiv findest Du alle bisherigen Ausgaben 
TL Pro

Nur für Pros: Das CME-Quiz

Noch kein Pro-Mitglied? Guck Dir ruhig das CME-Quiz an – hättest Du es richtig gelöst? :)

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Was musst Du wissen? 

 

  • 2 CME Punkte (Nur für Pros)
  • Du musst mindestens 7/10 Fragen richtig beantworten
  • Das Zertifikat wird Dir innerhalb von ein paar Minuten per Mail zugeschickt (Nur für Pros)
  • Nicht bestanden? Du kannst das Quiz wiederholen 🤓

 

→ Hier geht's zum Quiz ←

 

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Alle Infos zur Toothletter Pro Mitgliedschaft findest Du hier:
 

https://pro.toothletter.de

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Toothletter-Shop

Du hast Angst vor Wechselwirkungen, wenn Du Medikamente verschreibst? Nie wieder!

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Mit diesem Leitfaden wirst Du in 5 Minuten Expert:in im Umgang mit Bisphosphonat-Patienten.

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Der Blutbild-Navigator bietet Dir auf einen Blick alle relevanten Blutwerte – und was das für Dich bedeutet.

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Sei nie wieder überfordert bei der Behandlung von Schwangeren (Lokalanästhesie, Antibiotika etc.).

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Der Autor

Dr. Tilmann Seifert

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Hey, ich bin Tilmann und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin. Seit Januar 2024 gebe ich jeden zweiten Freitag den Toothletter heraus – den Newsletter, den ich selbst gebraucht hätte, als ich 9 Stunden am Tag in der Praxis stand und keine Zeit für Leitlinien hatte.


Meine Mission: Ich will möglichst viele Zahnärzt:innen im Praxisalltag mit einfach zugänglichem Wissen unterstützen. Dabei ist mir wichtig, dass der Toothletter immer transparent und unabhängig ist.

Dr. Tilmann Seifert
10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

Die in diesem Newsletter bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der fachlichen Fortbildung von Zahnärzt:innen. Sie ersetzen nicht die persönliche professionelle Urteilsbildung und Entscheidungsfindung im Einzelfall. Es liegt in der Verantwortung der Behandelnden, die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen zu überprüfen.

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