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Ausgabe 07/II

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Toothletter

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Deine News aus der Zahnwelt

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Inhalt

Das Notfall-Quiz
Wissenschaft

Neulich im Kiez

Über 

Hi ! ✌️
 
Ich hatte mir SO fest vorgenommen, in dieser Ausgabe diesen Meilenstein zu verkünden. Und dann hat es tatsächlich geklappt:
Dank der Unterstützung der TL Community sind wir jetzt über 400 (!!!) 🚀 
Ich bin absolut überwältigt von Eurem Support! Danke!
 

Viel Spaß beim Lesen und ein fantastisches Wochenende!☀️

Dein Tilmann

 

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Das Notfall-Quiz

Junge auf Zahnarztstuhl

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Der ohnmächtige Patient

Es ist ein stickiger Morgen im Sommer 2018. Ich bin im ersten Jahr meiner Fachzahnarztausbildung. Weisheitszahnentfernungen gehen mir zwar schon ganz gut von der Hand, aber bei sehr jungen Patienten wie dem 17-jährigen Lukas fühle ich mich immer noch ein bisschen befangen. Weil ich weiß, dass ich bei denen extra viel Ruhe ausstrahlen muss. Und dann Angst habe, dass ich es nicht tue. Umgekehrte Psychologie oder so.

 

Lippe und Zunge sind taub als ich einen großzügigen Entlastungsschnitt regio 38 mache. Der Lappen lässt sich bei so jungen Patienten immer leicht vom Knochen ablösen. Dann setze ich marginal an der teilretinierten Krone des 8ers meinen Rosenbohrer an. Lukas stöhnt. Erst jetzt sehe ich, dass sein Gesicht so weiß ist wie das Lätzchen auf seiner Brust.

 

Ihm sei schlecht, sagt er. Klar, denke ich: Lukas ist größer als ich (ich bin 1,83), aber wiegt keine 60 Kilo. Er habe nichts gefrühstückt. Also Tupfer raus, Dextro Energy rein, Oberkörper nach hinten. Er fühle sich immer noch nicht gut, sagt Lukas mit ängstlicher Stimme. Ich versuche ihn zu beruhigen, atme mit ihm gemeinsam ein und aus. Seine Augen beginnen zu flattern. Er dämmert weg. Auf meine Kommandos reagiert er nicht mehr und ich weiß mir nicht anders zu helfen, als ihm eine Ohrfeige zu geben. Zack, da ist er wieder. Aber nur Sekunden später wird er wieder ohnmächtig. 

 

Vor Lukas und den zwei Studierenden des 7. Semesters versuche ich ruhig zu bleiben. Aber meine Gedanken rasen. Hat Lukas gar keine vasovagale Synkope? Ich lasse den Rettungsdienst rufen. Fünf (-zehn?) zähe Minuten vergehen, in denen Lukas immer wieder ohnmächtig wird.

 

Als die Rettungssanitäter ankommen, checken sie als allererstes… 🚑

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Wissenschaft

Implantat mit Bauarbeitern

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Mehr Liebe für kränkelnde Implantate! 🤕🔩

22%* aller Implantate entwickeln eine Periimplantitis.

 

Bei dieser hohen Zahl sollten wir uns fragen, ob wir unseren Implantaten in der Nachsorge genügend Aufmerksamkeit schenken. Sehen wir nur die absoluten Misserfolge und ignorieren die nicht-ganz-so-erfolgreichen Fälle? Periimplantäre Infektionen müssen erkannt und behandelt werden, um Implantatverluste zu verhindern. Ich habe für Dich in die Leitlinie geguckt. 🤓

 

Es geht nicht immer nur um's Eine: Die Explantation. Es gibt sowohl chirurgische, als auch nicht-chirurgische Ansätze.
 

Für die nicht-chirurgische Therapie der Periimplantitis stehen Dir herkömmliche Instrumente wie die Kunststoff-, Titan- oder Karbonkürette zur Verfügung. Der Biofilm kann auch mittels Air-Polishing (Glycin) oder dem Er:YAG-Laser entfernt werden. Als zusätzliches Hilfsmittel kann die aPDT zum Einsatz kommen. 
 

Auf der anderen Seite stehen 3 unterschiedliche chirurgische Therapieansätze:

 

  1. Resektiv: Weichgewebsexzision und Knochenmodellation, um die Tasche zu reduzieren. Zusätzlich kann eine Implantatplastik (= Glättung der freiliegenden Implantatoberfläche) durchgeführt werden.
     
  2. Rekonstuktiv: Augmentative Maßnahmen nur nach strenger Indikationsstellung. Der periimplantäre Defekt muss 3- bis 4-wandig sein und die Knochenrestdicke mindestens 2 mm. Bovines KEM scheint die ST nachhaltiger zu reduzieren als autogener (= autologer) Knochen.
     
  3. Kombiniert (resektiv-rekonstruktiv): Resektive und augmentative Maßnahmen. Auch hier kann eine Implantatplastik sinnvoll sein.
Abbildung Periimplantitis AWMF

Bild: DGI, DGZMK "Die Behandlung periimplantärer Infektionen an Zahnimplantaten“ (AWMF.org)

Von den chirurgischen Ansätzen empfiehlt die Leitlinie die rekonstruktive Therapie. Bei allen Varianten soll auf eine zusätzliche lokale oder systemische Antibiotikatherapie verzichtet werden. Eine Periioperative antibiotische Prophylaxe kann erwogen werden.
CAVE: Die dafür zitierte Leitlinie gibt es nicht mehr, eine neue ist für 2024 geplant (hier).
 

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Bottom Line: 

 

  • Es gibt mehrere Implantat-erhaltende Maßnahmen
  • Lokale und systemische Risikofaktoren vor der Behandlung beachten (z.B. PA Therapie)
  • Die rekonstruktive Therapie wird von den chirurgischen Ansätzen empfohlen
  • Auf zusätzliche lokale oder systemische AB soll verzichtet werden
  • Periioperative AB Prophylaxe kann erwogen werden
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* mittlere, gewichtete Prävalenz (d.h. die tatsächlichen Werte können sowohl nach oben, als auch nach unten abweichen).

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Neulich im Kiez

Brillis für Zähne

Bild: TS

Brillis auf die Zähne kleben lassen ist das Eine. Aber im Vintage-Store?

Was? Hier werden Dir im Tattoo-Studio oder im Vintage Store "tooth gems" auf die Zähne geklebt 💎

 

Wo? Irgendwo zwischen Berlin Kreuzberg und Neukölln

Aber...?! Auf deren Insta-Seite sieht man Ätz-Gel, Composite und Polylampe. Damit kann man durchaus Schaden anrichten! Auf der anderen Seite nehmen sie uns ZÄ die lästige Arbeit ab... 😜

 

 

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Der Autor

Photo von Tilmann Seifert

Dr. Tilmann Seifert

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Mein Name ist Tilmann Seifert und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin.
Mit dem TOOTHLETTER möchte ich ein Format schaffen, über das insbesondere viel beschäftigte Praktiker:innen einen stetigen Input zu brandaktuellen Themen aus der Zahnmedizin bekommen. Und das in einer Aufmachung, die Lust auf's Lesen macht.

 

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Das Archiv

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Tilmann Seifert

10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

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