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Ausgabe 08/II

Toothletter Logo

Toothletter

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Dein 5-Minuten-Wissens-Update aus der Zahnwelt

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Inhalt

Das Notfall-Quiz
Was uns bewegt

Extraktionstipp

Über 

Hey !
 
Die Toothletteristen auf Instagram haben gevoted:

 

92% wollten eine Beitragsreihe zu Extraktionstipps. In dieser Ausgabe geht es los mit dem ersten Tipp! 🔥

 

Und gleich noch eine Neuigkeit, die ich bisher nur auf Instagram geteilt habe: 
Bald gibt es für den Toothletter Fortbildungspunkte!! Cool?! 🥳

 

Genieß den Sommer, 
Dein Tilmann

 

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KI-Bild der Woche

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tauchender Zahnarzt mit Hai

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

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Das Notfall-Quiz

Verdachtsdiagnose

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Wie würdest Du reagieren? 

"Scheiße", denkt Hubert Klingmüller*, dann wird um ihn herum alles dunkel. Der schlürfende Ton des Saugers klingt weit entfernt. Die Kommandos der jungen Oralchirurgin hört er kaum noch. Dann ist alles still und schwarz. Kein weißer Lichttunnel, kein Zeitraffer der schönsten Momente seines Lebens. Einfach ausgeknipst. Auf dieses Nichts folgt ein abrupter, dumpfer Schmerz in seiner Brust. Und auf einmal ist alles wieder da: das penetrante Schlürfen der Absauganlage, der metallene Geschmack im Mund und zwei junge Augenpaare, die ihn panisch angucken.
 

"Scheiße!", denkt Luisa*, als sie merkt, dass sich der Brustkorb des 83-Jährigen auf dem Behandlungsstuhl nicht mehr hebt und senkt. Sie hatte gerade mit einem Diamanten die Wurzeln von 46 geteilt. Die geschlossenen Augen hatte sie kaum wahrgenommen. Es kommt häufig vor, dass Patienten bei einer Zahnextraktion einfach einschlafen. Aber so tief konnte dieser Patient gar nicht schlafen. Ihre Finger schnellen zu seinem Handgelenk: nichts. "Sauger weg!" ruft sie ihrer Assistenz zu. Plötzlich Stille. Die Art von Stille, nach der man sich normalerweise den ganzen Arbeitstag in einer Zahnarztpraxis sehnt. Aber gerade wünscht Luisa sich nichts mehr, als einen laut schnarchenden Patienten. Ihre Gedanken rasen von der Inneren-Vorlesung im Wintersemester 2012 (wielange kann das Gehirn ohne Sauerstoff auskommen? 3 Minuten? Oder 5?) zum letzten Notfallkurs (30x Herzdruckmassage, 2x Beatmen?) und wieder zurück zu diesem fürchterlich leblosen Behandlungsraum. Sie merkt gar nicht, dass ihr Finger schon längst den Knopf mit dem kleinen Kreuz auf dem Bedienfeld der Einheit gedrückt hat. 

 Der Patient liegt jetzt waagerecht, als Luisa...

Hier geht's zur Auflösung!

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*Namen geändert

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Was uns bewegt

Zahnärztin auf brennendem Geld

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Wieso Deine Praxis eine miserable Altersvorsorge ist

Frau Dr. Henriette Weber* aus Berlin-Neukölln hatte Glück: Sie konnte ihre 200m2-Praxis mit 1200 Scheinen im Quartal für 250.000€ verkaufen. Aber das ist nicht die Regel. Vielen Zahnarztpraxen droht ein teurer Rückbau - und somit der Verlust eines wichtigen Standbeins für den Ruhestand.
 

Die Beziehung zur eigenen Praxis ist emotional. Viele Gründer:innen bauen die eigene Praxis Anfang ihrer Dreißiger auf. Sie nehmen an, dass sie viel mehr wert sein muss, als sie es ist. Weil sie jahrzehntelang so viel Liebe in die Praxis gesteckt haben. In der Psychologie spricht man vom sogenannten "Besitztumseffekt" (engl. endowment effect). Das ist die Tendenz, eine Sache für wertvoller einzuschätzen, wenn man sie besitzt.

TL Kuli

Beispiel: Ich verkaufe Dir einen neongrünen Toothletter-Kuli für 1€. Deine Helferin würde ihn Dir gerne für 2€ abkaufen. Darauf lässt Du Dich aber nicht ein. Es ist ja jetzt Dein Kuli. Du hast schon hunderte Rezepte mit diesem Kuli unterschrieben. Und sogar Deinen Patienten ist das neongrün aufgefallen. Du findest, dass der Kuli mehr wert ist.

 

Dabei gibt es rationale Berechnungsmodelle für den Wert einer Zahnarztpraxis. Diplom-Finanzwirt und Steuerberater Marcel Nehlsen aus Köln sagt, dass man als grobe Richtlinie für die Ermittlung des Praxiswerts die Hinweise der Bundesärztekammer von 2008 hinzuziehen kann:

Immaterieller Wert = (Ø-Gewinn der letzten 3 Jahre - 120k Unternehmergehalt) × 2
 

Dazu kommt der materielle Wert der Praxisgeräte. Je nachdem wie alt die Praxis und die Ausstattung sind, müssen potentielle Käufer aber noch draufzahlen, um den alten Elektroschrott loszuwerden. Das macht eine Praxis deutlich unattraktiver. Laut einer Umfrage der apoBank (2023) lässt sich der Wert einer Praxis steigern, wenn man sie vor der Abgabe noch modernisiert.
 

Was können jüngere Zahnärzt:innen tun, um sich besser vorzubereiten? Am besten nicht gleich von den ersten Praxisgewinnen einen 911er kaufen. Stattdessen diese Gewinne so anlegen, dass sie sich über die Jahrzehnte vermehren. Mit einem ETF-Sparplan von monatlich 2000€ lässt sich nach 30 Jahren und 720.000 eingezahlten Euros mit einem Endvermögen von ca. 1,5 Mio. € rechnen. (Einen Sparplanrechner gibt's hier.)
 

Außerdem sollten wir unsere Erwartungen managen. Laut Ärztezeitung werden 40% der Zahnärzt:innen in Deutschland in den nächsten 5-10 Jahren in den Ruhestand gehen. Das Angebot an Praxen wird die Nachfrage weit übertreffen. Besser, wir klammern die eigene Praxis als Baustein unserer Altersvorsorge komplett aus. Stattdessen könnten Google Unternehmensprofile (Sterne-Bewertungen) und gut geführte Social Media Accounts wertvolle Assets werden.

(Disclaimer: Hier schreibt ein Oralchirurg und kein Finanzberater)

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Bottom Line: 

 

  • Frühzeitige Praxiswertermittlung (frei von Emotionen)
  • Wertsteigerung vor Verkauf durch Investitionen in Modernisierungsmaßnahmen
  • Private Altersvorsorge zusätzlich zum Versorgungswerkbeitrag
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Extraktionstipp

Erbse

Hast Du dich nicht auch schon oft gefragt, ob Du dir selbst einen Weisheitszahn ziehen könntest? (Spoiler Alert: Ich kann's 🥶)

Extraktionstipp #1

Zugesandt von Dr. Dr. Daniel Tröltzsch aus Berlin:

"Geduld! Gib den Sharpey-Fasern Zeit, sich zu dehnen. Bau ganz langsam mehr Kraft auf. Wenn Du mit den Fingern den Kieferkamm umfasst, hast Du nicht nur ein gutes Widerlager für Zange und Hebel. Du spürst auch, wie die Fasern allmählich nachgeben und dann reißen (manchmal kannst Du das auch hören). 
Dir knackt häufig die Zahnkrone beim Extrahieren ab? Jetzt weißt Du, wieso!"

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Ich bin gespannt auf Dein Feedback: 
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☹️ Nicht so der Hit

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Der Autor

Photo von Tilmann Seifert

Dr. Tilmann Seifert

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Mein Name ist Tilmann Seifert und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin.
Mit dem TOOTHLETTER möchte ich ein Format schaffen, über das insbesondere viel beschäftigte Praktiker:innen einen stetigen Input zu brandaktuellen Themen aus der Zahnmedizin bekommen. Und das in einer Aufmachung, die Lust auf's Lesen macht.

 

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Das Archiv

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Tilmann Seifert

10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

Der Verfasser übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. (Auszug)

 

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