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Ausgabe 09-1

Toothletter Logo

Toothletter

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Dein 5-Minuten-Wissens-Update aus der Zahnwelt

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Inhalt

Verdachtsdiagnose

Meet the Expert

Risikopatienten

KI-Bild der Woche

CME-Quiz

Hi ,

 

ich habe neulich auf Insta die Toothletter Community gefragt, welche MIH-Expert:innen die Community kennt – es kam super viel Feedback und die Bitte, dass ich Prof. Katrin Bekes interviewen solle.

 

Und ich hatte Glück: Zwischen Dienstreisen und einer Broadway Show mit Hugh Jackman (no kidding!) hatte sie 30 Minuten Zeit für ein Gespräch mit dem Toothletter. 🤩

 

Viele Grüße aus 🇵🇹
Dein Tilmann

 

 

Prof. Katrin Bekes x Wolverine 🤩

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Verdachtsdiagnose

VD

MSH-Veränderung am li. Zungenrand

(Bild: TS)

Was ist Deine Verdachtsdiagnose?

Befund: Weißliche, exophytische Veränderung der Mundschleimhaut im Bereich des linken Zungenrands dorsal

 

Fragestellung: Verdachtsdiganose & Therapie?

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Hier geht's zur Auflösung!
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Meet the Expert

Artikel 1

Gespräch mit Prof. Katrin Bekes

MIH adäquat versorgen: 5 Praxistipps von Prof. Katrin Bekes

1. Wie unterscheide ich MIH-Opazitäten zuverlässig von Fluorose oder White Spots?

 

Eine Fluorose tritt immer symmetrisch an homologen Zahnpaaren auf: Wenn die Schneidezähne betroffen sind, dann immer alle vier im OK und UK sowie alle ersten bleibenden Molaren. Die weißlichen Veränderungen im Schmelz sind bei milden Ausprägungsgraden linienförmig oder irregulär wolkig. Im Gegensatz zur MIH sind sie nicht scharf begrenzt.

 

White Spot Lesions treten an den vestibulären oder oralen Flächen im zervikalen Bereich als ausgedehnte Linie dicht oberhalb des Gingivarandes auf, da dort häufig nicht so gut geputzt wird. Auch während einer KFO Behandlung können sich White Spots rund um die Brackets entwickeln. 

 

Bei der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation handelt es sich um eine systemisch bedingte Hypomineralisation von ein bis vier bleibenden ersten Molaren mit oder ohne Beteiligung der Inzisiven. Wenn die Schneidezähne auch betroffen sind, dann in der Regel auf der vestibulären Fläche. Die Opazitäten sind scharf begrenzt und in ihrer Farbe weiß, gelb oder bräunlich.

 

 

2. Ein 8-Jähriger mit hypersensiblen MIH-6ern steht unangemeldet in der Praxis. Was tun?

 

Mit der Frage "Kannst Du Eis essen?" bekommst Du schnell einen Eindruck über die Symptomlage. (Kinder würden für ein Eis einiges ertragen.🍦) 

 

Wenn die 6er gar nicht oder nur wenig eingebrochen sind, kann der Zahn versiegelt werden. Wenn die Zähne allerdings Einbrüche aufweisen, müssen die Defekte versorgt werden – das geschieht häufig provisorisch mit GIZ. Vorher relativ trockenlegen und vorsichtig mit CHX desinfizieren.

 

Nach dieser initialen Behandlung kann mehr Vertrauen zu dem Kind aufgebaut werden, bis die Zähne unter Lokalanästhesie mit Composite oder konfektionierten Stahlkronen versorgt werden können. 

 

 

3. Bei MIH kommt es häufiger zu Anästhesieversagern – was gibt es für Tricks?

 

MIH-Zähne sind chronisch entzündet, deswegen werden Kinder trotz Lokalanästhesie nicht zuverlässig schmerzfrei. Was kannst Du tun?

 

Wenn Du die Eltern anweist, ab 1 Tag vorher einen Schmerzsaft (z.B. Ibuprofen) 3x täglich zu geben sowie am Tag der Behandlung selbst, gibt es kaum Anästhesieversager. Den Termin legst Du am besten auf den Morgen, damit das Kind ausgeruht ist. Bei Bedarf kann zusätzlich zur Leitungsanästhesie eine intraligamentäre Anästhesie gegeben werden.

 

Tipps für den Ausnahmefall: Lachgasbehandlung oder digitale Anästhesie-Systeme wenn verfügbar.

 

Ich habe Frau Prof. Bekes noch 2 weitere spannende Fragen gestellt: Zur prophylaktischen Extraktion von MIH-6ern und zur ästhetischen Behandlung von MIH-Schneidezähnen. Damit der Toothletter gewohnt übersichtlich bleibt, findest Du die komplette Version mit allen 5 Tipps hier 👇

 

→ Vollständige Version ←

 

Herzlichen Dank an Frau Prof. Bekes für das Interview. 🙏🏼

Für mehr MIH-Expertenwissen (und Promiphotos) kannst Du ihr auf Instagram folgen. :)

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Risikopatienten

Artikel 2

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Chemo-Patient in der Praxis: Diese 3 kritischen Blutwerte musst Du kennen

Herr P. war 46 Jahre alt und hatte ein Multiples Myelom. Die 5-Jahres-Überlebensrate? Etwa 50%.

 

Ausgerechnet jetzt war ein oberer Prämolar längsfrakturiert und schmerzhaft – der Zahn musste raus. In Anbetracht seiner laufenden Chemotherapie besprach ich das Vorgehen mit seiner Onkologin:

 

Der optimale Behandlungszeitpunkt sei ab dem 14. Tag eines Chemotherapie-Zyklus, kurz vor Beginn des nächsten Zyklus. Am aussagekräftigsten sei aber das Blutbild.

 

Hier sind die 3 wichtigsten Blut-Parameter, die als absolute Red Flags gelten:

 

  • 🚩 Leukozyten < 2000/µl → Nur Notfallbehandlung
  • 🚩 Neutrophile Granulozyten < 1000/µl → Nur Notfallbehandlung
  • 🚩 Thrombozyten < 50.000-80.000/µl → Keine ambulanten OPs

Und Antibiotika? Die nationalen Leitlinien beantworten diese Frage leider nicht. Die ADA empfiehlt eine antibiotische Prophylaxe nur nach Absprache mit den behandelnden Onkologen (2022). Und das britische Royal College of Surgeons empfiehlt eine AB-Prophylaxe nach dem Endokarditis-Schema nur bei neutropenen Patient:innen mit weniger als 2000/µl (2018). Bei akuter Neutropenie sollte aber ohnehin kein geplanter Eingriff stattfinden.

 

Aber wie konnte der Patient weiterversorgt werden? Durfte ich implantieren? Die deutsche Leitlinie empfiehlt, die komplette Dauer der Chemotherapie abzuwarten (2019). Danach spricht nichts gegen eine Implantation, solange die Blutwerte stimmen.

 

⚠️ Achtung: Einige Patient:innen, die wegen eines Multiplen Myeloms eine Chemotherapie bekommen, werden anschließend mit monoklonalen Antikörpern behandelt. Du erkennst diese Medikamente daran, dass sie auf "-mab" enden. Bei einzelnen Vertretern dieser Stoffgruppe (z.B. Bevacizumab), wurde ein erhöhtes Risiko für Kiefernekrosen beobachtet.

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 Das schwarze Brett 

 (nur in lila) 
 

Daniel

Dr. Uta Löffler

Praxis-Übernahme in Zittau: Überangebot an Patienten – (fast) keine Konkurrenz

6 Zahnärzt:innen haben in den letzten 2 Jahren in Zittau aufgehört. Mit Uta wären es schon 7.

 

Uta (71) erlebt das, was wir hier oben in Berlin nur vom Hörensagen kennen: Zahnmedizinische Unterversorgung.

 

Dabei ist Zittau ein malerischer Ort mit Altstadt, Sandsteingebirge und dem Oybin. (Ich habe mich nicht verschrieben – Oybin ist der Name des Bergs im kleinsten Gebirge Deutschlands. 🥰 Nur 100 km von Dresden entfernt.)

 

Um Uta's schöne Praxis mit Blick über den Zittauer Marktplatz vor dem Verschrotten zu bewahren (und die Unterversorgung nicht zu verschlimmern), braucht sie Deine Unterstützung:

 

Hast Du Freunde, die sich niederlassen wollen? Und Interesse an einer Praxis in toller Lage und einem Überangebot an Patient:innen hätten?

 

Meld Dich direkt bei Uta!
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(Urlaubs-)Bild der Woche

KI

Viele Grüße aus der Algarve 🙋🏼‍♂️

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TL Pro

 Nur für Pros: Das CME-Quiz 

Noch kein Pro-Mitglied? Guck Dir ruhig das CME-Quiz an – hättest Du es richtig gelöst? :)

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Was musst Du wissen? 

 

  • 2 CME Punkte (Nur für Pros)
  • Du musst mindestens 7/10 Fragen richtig beantworten
  • Das Zertifikat wird Dir innerhalb von ein paar Minuten per Mail zugeschickt (Nur für Pros)
  • Nicht bestanden? Du kannst das Quiz wiederholen 🤓

 

→ Hier geht's zum Quiz ←

 

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Alle Infos zur Toothletter Pro Mitgliedschaft findest Du hier:
 

https://pro.toothletter.de

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🛟 Hilfe! Du bist Toothletter Pro Mitglied und Dir wird der Link zum Quiz nicht angezeigt? Falls Du Dich gerade erst angemeldet hast, bekommst Du den Link zum Quiz automatisch per Mail.
Ansonsten: Schick mir eine kurze Mail an [email protected]

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Das Archiv

Du willst im Toothletter-Archiv stöbern? Hier findest Du alle bisherigen Ausgaben 📚

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Der Autor

Photo von Tilmann Seifert

Dr. Tilmann Seifert

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Mein Name ist Tilmann Seifert und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin.
Mit dem Toothletter möchte ich ein unabhängiges Format schaffen, über das insbesondere viel beschäftigte Praktiker:innen einen stetigen Input zu brandaktuellen Themen aus der Zahnmedizin bekommen. Und das in einer Aufmachung, die Lust auf's Lesen macht.

 

Du hast Feedback? Oder einen Themenvorschlag? Schick einfach eine Mail an

[email protected]

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Tilmann Seifert

10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

Die in diesem Newsletter bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der fachlichen Fortbildung von Zahnärzt:innen. Sie ersetzen nicht die persönliche professionelle Urteilsbildung und Entscheidungsfindung im Einzelfall. Es liegt in der Verantwortung der Behandelnden, die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen zu überprüfen.
 

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