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Ausgabe 09/II

Toothletter Logo

Toothletter

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Dein 5-Minuten-Wissens-Update aus der Zahnwelt

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Inhalt

Verdachtsdiagnose

Mythen der Zahnmedizin
Gelernt und vergessen
KI-Bild der Woche

Hi !
 

Letzten Freitag hat das erste Toothletter Live Event in Berlin-Kreuzberg stattgefunden.

Es wurden viele neue Kontakte geknüpft und ich wurde oft gefragt, ob weitere Events folgen werden. (Die Antwort lautet: wahrscheinlich ja!). Du willst wissen, was Du verpasst hast? Das Video zum Event gibt es in den nächsten Tagen auf Instagram.

Vielen Dank für die freundliche Unterstützung durch:

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Außerdem hatte ich viel Support von meiner Co-Organisatorin Aylin und von Julia. Danke! 🙏🏼

 

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Die Verdachtsdiagnose

Verdachtsdiagnose

Hyperplastische Veränderung marginal rg. 45

(Bild: Dr. Alina Rüppel)

Befund: Hyperplastische, stark erythematöse MSH-Veränderung der marginalen Gingiva rg. 45


Fragestellung: Mögliche Verdachtsdiagnosen? Therapie?

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Hier geht's zur Auflösung!
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Photo von Tilmann Seifert

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Hast du Freunde oder Kolleginnen, die sich für den TL interessieren könnten? Es kostet Dich nur ein paar Sekunden und hilft mir enorm weiter! 💚💜

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Mythen der Zahnmedizin

Milchflasche

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Der Milch-Mythos-Check 🥛✅

"Ich darf keine Milch trinken, richtig, Herr Doktor?" fragte mich Frau Hannelore Schmitz* mit einem stolzen Unterton.
 

Ich muss ehrlich sein, manchmal lässt man sich eben doch verunsichern, wenn man etwas zum millionsten Mal hört. Und kaum ein Mythos in der Zahnmedizin ist so hartnäckig wie dieser: keine Milch zusammen mit Medikamenten, schon gar nicht mit Antibiotika.
 

Ich habe Frau Schmitz sicherheitshalber in ihrem Fehlglauben bestärkt und mich nach der Behandlung intensiv mit dem Milch-Mythos beschäftigt. Nur um herauszufinden, was Du und ich ohnehin schon wussten (denn den Milch Quatsch hätte uns doch sonst der Pharma-Prof in seiner Vorlesung gepredigt, oder nicht?!):  

Milch verursacht keine Wechselwirkungen mit zahnmedizinisch relevanten Medikamenten. 💊
 

Das hat sich mir an diesem Tag eingebrannt und ich konnte es ab jetzt auch selbstbewusst vor allen Patient:innen vertreten. 🤓
 

Woher kommt der Mythos? Wahrscheinlich aus Zeiten, in denen Doxycyclin noch häufiger verschrieben wurde. Sowohl auf Tetracycline (wie Doxycyclin), als auch Fluorchinolone trifft die Aussage tatsächlich zu: Die Wirkstoffe bilden zusammen mit dem Calcium aus der Milch einen Komplex und können so nicht mehr aufgenommen werden. 🚫
 

Beide Antibiotikagruppen werden aber in der Zahnarztpraxis im Regelfall nicht verschrieben (Fluorchinolone können sogar heftige Nebenwirkungen wie Sehnen- und Muskelrisse verursachen).

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Bottom Line: 

 

  • Zahnmedizinisch relevante Antibiotika wie Amoxicillin, Clindamycin usw. haben allesamt keine Wechselwirkungen mit Milchprodukten
  • Eure Patient:innen können die Tabletten getrost mit einem Milchkaffee runterspülen
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Du kennst jemanden, der noch an den Milch-Mythos glaubt? 🥛 Dann leite diese Email einfach weiter oder verschicke diesen Link

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Gelernt und vergessen

Alveolitis

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

"Solche Schmerzen hatte ich noch nie"

Er stand rauchend vor meinem Fitnessstudio. Als ich an ihm vorbeiging, trafen sich unsere Blicke, aber er erkannte mich nicht ohne Maske. Der gleiche Mann hatte mir einen Tag früher Vorwürfe gemacht, weil er solche Schmerzen nach der Weisheitszahnentfernung hatte.


Wie erkenne ich eine Alveolitis sicca? Die ersten Symptome treten 2-3 Tage nach Extraktion auf. Die Patienten bekommen so starke Schmerzen, dass sie kaum mit Analgetika zu bekämpfen sind. Außerdem fällt ein starker foetor ex ore auf. Die Alveole sieht entweder grünlich-grau aus oder der Knochen liegt blank.

 

Was sind die Ursachen? Finde heraus, welche Risikofaktoren womöglich zum Entstehen der Alveolitis sicca geführt haben (Rauchen? Schlechte MuHy? Exzessive körperliche Aktivitäten innerhalb der ersten 48 Stunden?). Jeder Raucher wird Dir versprechen, keine Zigarette anzurühren. Was sehr unwahrscheinlich ist. Gib die Verantwortung an Deinen Patienten ab. 🚭

 

Okay. Und wie behandle ich das jetzt? Du solltest als erstes darüber aufklären, dass die Wundrevision schmerzhaft sein wird. Mach keine falschen Versprechungen. Dann anästhesierst Du mit möglichst hohem Adrenalinanteil (1:100.000, falls nicht kontraindiziert), entweder als Leitungsanästhesie und/oder Infiltrationen um die Alveole herum. Du kannst sogar versuchen, das Anästhetikum in der Alveole kurz einwirken zu lassen. Dann kratzt Du die Alveole beherzt mit einem richtig scharfen Löffel aus, bis es ordentlich einblutet. Je schneller Du dabei bist, desto kürzer muss die Patientin den Schmerz aushalten. Danach sollte nicht mehr gespült werden. Denn: Die Alveolitis sicca entsteht, wenn die Koagelbildung gestört wird.

 

Sollte ich eine medikamentöse Einlage benutzen? Jain. Der Vorteil von solchen Einlagen ist, dass ihre aktiven Wirkstoffe den Schmerz lindern können und anscheinend die Heilung fördern. Die Studienlage ist insgesamt aber recht uneindeutig und es lässt sich keine allgemeingültige Empfehlung geben (2022).
Es gibt Hinweise darauf, dass PRF ein vielversprechender Ersatz für die herkömmlichen medikamentösen Einlagen wie Zinkoxid-Eugenol sein könnte (2017). Auch ozoniertes Wasser wurde für diesen Einsatz untersucht (2015).

 

Meine eigene Erfahrung nach tausenden extrahierten Zähnen ist, dass die Angiogenese und Bildung von Granulationsgewebe nach der Wundrevision ohne Einlage am besten funktionieren. 💁🏼‍♂️


Was kann ich zur Prävention machen? Das Wichtigste ist, dass Du gut über das postoperative Verhalten aufklärst: kein Rauchen, 48h keine starke körperliche Belastung, kein exzessives Mundspülen, gute MuHy. Vor dem Eingriff sollte mit einem Antiseptikum (z.B. CHX 0,2%) ausgiebig gespült werden. Laut der aktuellen Leitlinie zur Entfernung von Weisheitszähnen (2019) kann eine antibiotische Prophylaxe zur Vorbeugung einer Infektion gegeben werden.

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KI-Bild der Woche

Bergkristall

Achtung Abrasionsgefahr: Kronen aus Bergkristall
(Bild: TS; erstellt mit generativer KI)

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Bis hier unten gescrolled? Verrat mir, wie Du diese Ausgabe fandest!

😀 Super interessant!

😐 Ganz okay

☹️ Nicht so der Hit

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Der Autor

Mein Name ist Tilmann Seifert und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin.
Mit dem TOOTHLETTER möchte ich ein Format schaffen, über das insbesondere viel beschäftigte Praktiker:innen einen stetigen Input zu brandaktuellen Themen aus der Zahnmedizin bekommen. Und das in einer Aufmachung, die Lust auf's Lesen macht.

 

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Das Archiv

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Tilmann Seifert

10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

Die in diesem Newsletter bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der fachlichen Fortbildung von Zahnärzt:innen. Sie ersetzen nicht die persönliche professionelle Urteilsbildung und Entscheidungsfindung im Einzelfall. Es liegt in der Verantwortung der Behandelnden, die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen zu überprüfen.
 

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