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Ausgabe 11-1

Toothletter Logo

Toothletter

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Dein 5-Minuten-Wissens-Update aus der Zahnwelt

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Inhalt

Verdachtsdiagnose

Risikopatienten

Mythos vs. Wissenschaft

Bild der Woche

CME-Quiz

Mit dieser Ausgabe könntest Du als Toothletter Pro Mitglied 2 CME-Punkte verdienen 🎖️

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Hi ! 

 

NEWSNEWSNEWSNEWS


Am Freitag, den 05.12., findet in Berlin Kreuzberg ab 18.00 das nächste Toothletter Live Event statt. 


Das letzte Event ist schon ein ganzes Jahr her – ich freue mich schon drauf, Dich mal wieder live zu sehen! ☺️ 


Hier kannst Du Dich (kostenlos) anmelden.


Hab ein fantastisches Wochenende! 🍁

Dein Tilmann



P.S. Hallo an 35 neue Toothletteristas seit der letzten Ausgabe vor 2 Wochen 👋

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📩 Wenn Dir der Toothletter weitergeleitet wurde: 
hier kostenlos abonnieren 

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Verdachtsdiagnose

VD

(Bild: TS)

Was ist Deine Verdachtsdiagnose?

Befund: 


Fragestellung: Verdachtsdiagnose & Therapie?

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Hier geht's zur Auflösung!
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Risikopatienten

Artikel 1

Bild: TS (erstellt mit generativer KI)

Radiatio: So reduzierst Du Strahlenschäden bei Deinen Patienten

Ausgerechnet am Tag vor Heiligabend musste ich Herrn Schmitz* sagen, dass er sich dringend in der MKG-Ambulanz vorstellen solle. Der Befund sähe nicht gut aus.


Patienten mit so schwerwiegenden Befunden werde ich wahrscheinlich nie vergessen – so häufig diagnostiziert man als Zahnarzt schließlich kein Plattenepithelkarzinom.


Was aber häufiger vorkommt, ist die Behandlung von Patient:innen vor, während oder nach der Tumortherapie (Chemo oder Radiatio).


Ein Toothletter Pro Mitglied hat mir dazu 3 konkrete Fragen gestellt:


1. Wofür sind Strahlenschutzschienen und wie werden sie hergestellt? 


Diese speziellen Schienen (Syn.: Schleimhautretraktor) sind nur für Patient:innen, die Metallrestaurationen haben. Wieso? Eine Goldkrone kann die Dosis an der anliegenden Schleimhaut durch Streustrahlung verdoppeln (2009). Diese Sekundär-Elektronen aus Metall haben aber nur eine Reichweite von etwa 3 Millimetern. Deswegen sollte so eine Schiene 3-5 mm stark sein (2021).


Strahlenschutzschienen können im Tiefziehverfahren hergestellt werden (z.B. Erkoflex oder Miniplast). Die Schiene liegt eng an den Zähnen an und wird bei jeder Bestrahlungssitzung getragen.


2. Was sind Fluoridierungsschienen?


Bei diesen Tiefziehschienen ist die Stärke nicht entscheidend, dafür aber die Ausdehnung: Sie sollten etwa 3 mm über den Gingivarand hinausragen (2001). Fluoridierungsschienen dienen der Prophylaxe von Strahlenkaries. Dafür werden sie mit Fluoridgel (z.B. Elmex gelée) befüllt und Abends vor dem Schlafengehen für 5-15 Minuten getragen. Die Fluoridierung sollte auch nach der Bestrahlung weiter erfolgen (2019).


Achtung: Schienen nicht verwechseln! Wird die Fluoridierungsschiene während der Bestrahlungssitzung getragen, wird das umliegende Gewebe nicht ausreichend geschützt.


3. Wie kannst Du als Zahnärztin oder Zahnarzt solchen Patienten am besten helfen?


Während Chemo oder Bestrahlung leiden Patienten häufig stark unter Mukositis. Die Beschwerden können mit Pantothensäure-Lösung, Kamillosan oder Oberflächenanästhetika symptomatisch behandelt werden (hier ist die Rezeptur einer Spüllösung der Uni Heidelberg). Sowohl bei Zahncreme, als auch Mundspüllösungen gilt: Menthol- bzw. alkoholfrei und möglichst mild!


Durch irreversible Schäden an den Speicheldrüsen kommt es bei bestrahlten Patient:innen außerdem zu verminderter Speichelproduktion (Hyposalivation) bzw. Mundtrockenheit (Xerostomie). Auch die kann leider nur symptomatisch mit Speichelersatzmitteln behandelt werden (z.B. Aldiamed Mundspray). Mundtrockenheit kann die Ausbildung opportunistischer Candida-Infektionen begünstigen. In diesem Fall wird mit Ampho-Moronal behandelt.


Achtung: Wenn die Kaumuskulatur im Bestrahlungsvolumen liegt → tägliche Mundöffnungsübungen gegen Trismus verschreiben!


Nach der Bestrahlung beginnt die lebenslange Nachsorge: In den ersten 12 Monaten alle 3 Monate, danach mindestens halbjährlich. Bei chirurgischen Eingriffen immer an die Antibiotikaprophylaxe (mindestens 24h vorher), atraumatisches Vorgehen und primäre plastische Deckung denken.


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Mehr zum Thema:

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➡️ Implantate zur Prophylaxe von Strahlennekrose?!


➡️ Chemo-Patient in der Zahnarztpraxis: Diese 3 kritischen Blutwerte musst Du kennen


➡️ Pilzabstrich auf Kasse: Geht das? (Ja, aber…)

 

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Photo von Tilmann Seifert

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Mythos vs. Wissenschaft

Artikel 2

Video: TS (erstellt mit generativer KI)

Fluorid-Kontroverse: Was die Wissenschaft wirklich sagt

Seit ich (aus beruflichen Gründen 😇) mehr Zeit auf Insta verbringe, sehe ich: Immer mehr Kolleg:innen zweifeln an Fluoridierungsmaßnahmen.


Mein erster Instinkt? Verschwörungstheoretiker! Misinformation! Fake News!


Dabei wäre es professioneller von mir, wenn ich diesen Menschen einen gut recherchierten Standpunkt entgegensetzen könnte. Deswegen habe ich das Thema gründlich recherchiert (so you don't have to).


Die zentrale Frage: Könnte Fluorid in den Konzentrationen, wie wir es in Deutschland in der Praxis verwenden, toxisch sein? Hier sind die harten Fakten👇


  • EU Scientific Committee (2003): 1500 ppm ohne Rezept zugelassen, Inzidenz von allergischen Reaktionen "extremely low"
  • Cochrane Systematic Review (2019): 96 Studien, 60.000+ Teilnehmer, keine klinisch relevanten lokalen oder systemischen Schäden durch Fluoridierungsmaßnahmen
  • WHO Expert Report (2021): "There is no risk of acute fluoride toxicity from ingestion of fluoride toothpaste by young children."
  • BZÄK (2021): "Fluoride in Zahnpflegeprodukten sind nachgewiesenermaßen sicher und unbedenklich. Gesundheitliche Nachteile sind nicht zu befürchten."
  • CDC (2024): "Fluoride dental products […] are regulated as drugs by the U.S. Food and Drug Administration and are safe and effective when used as directed."
  • DGZMK (2025): Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zur Kariesprävention bei bleibenden Zähnen empfiehlt ausdrücklich die Anwendung von topischen Fluoridpräparaten.


Wie kommt es, dass sich auf Insta trotzdem die Behauptungen zur Toxizität von Fluoriden so hartnäckig halten? 2024 wurde eine amerikanische Studie veröffentlicht, die einen Zusammenhang zwischen hohen Fluoridkonzentrationen bei der Trinkwasserfluoridierung und niedrigen IQ-Werten bei Kindern sieht. 


Aber genau das ist der Punkt: Es geht um die systemische Aufnahme von Fluoriden durch Trinkwasserfluoridierung – und die gibt es in Deutschland gar nicht. Die topische Anwendung in Form von Fluorid-Gelen, -Lacken oder Zahnpasta hat damit absolut nichts zu tun.


Das einzige etablierte Risiko? Zahnfluorose bei Kleinkindern durch übermäßiges Verschlucken von Zahnpasta. Aber das ist eher ein kosmetisches Problem, das vermeidbar ist, wenn Eltern die Menge der Zahnpasta streng kontrollieren.

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Bild der Woche

KI

Toothletter meets Miami Vice 😇

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TL Pro

 Nur für Pros: Das CME-Quiz 

Noch kein Pro-Mitglied? Guck Dir ruhig das CME-Quiz an – hättest Du es richtig gelöst? :)

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Was musst Du wissen? 

 

  • 2 CME Punkte (Nur für Pros)
  • Du musst mindestens 7/10 Fragen richtig beantworten
  • Das Zertifikat wird Dir innerhalb von ein paar Minuten per Mail zugeschickt (Nur für Pros)
  • Nicht bestanden? Du kannst das Quiz wiederholen 🤓

 

→ Hier geht's zum Quiz ←

 

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Alle Infos zur Toothletter Pro Mitgliedschaft findest Du hier:
 

https://pro.toothletter.de

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Das Archiv

Du willst im Toothletter-Archiv stöbern? Hier findest Du alle bisherigen Ausgaben 📚

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Der Autor

Photo von Tilmann Seifert

Dr. Tilmann Seifert

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Mein Name ist Tilmann Seifert und ich bin FZA für Oralchirurgie aus Berlin.
Mit dem Toothletter möchte ich ein unabhängiges Format schaffen, über das insbesondere viel beschäftigte Praktiker:innen einen stetigen Input zu brandaktuellen Themen aus der Zahnmedizin bekommen. Und das in einer Aufmachung, die Lust auf's Lesen macht.

 

Du hast Feedback? Oder einen Themenvorschlag? Schick einfach eine Mail an

[email protected]

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Tilmann Seifert

10967 Berlin-Kreuzberg
Deutschland

Die in diesem Newsletter bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der fachlichen Fortbildung von Zahnärzt:innen. Sie ersetzen nicht die persönliche professionelle Urteilsbildung und Entscheidungsfindung im Einzelfall. Es liegt in der Verantwortung der Behandelnden, die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen zu überprüfen.
 

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