Der 27-jährige stöhnte vor Schmerzen. Es war keine 5 Stunden her, dass ich bei ihm löffelweise Essensreste aus der Alveole gefischt hatte. Der Geruch von kaltem Zigarettenrauch war dabei durch meine enganliegende FFP2-Maske gedrungen. Jetzt saß er wieder auf meinem Behandlungsstuhl. Mit Schmerzen natürlich. ("Die Ibuprofen wirken nicht, Doc"). Wegen der Zigaretten hatte ich mir schon am Morgen den Mund fusselig geredet. Ich zerbrach mir den Kopf darüber, wie ich diesem Menschen die Schmerzen nehmen konnte. Er war zwar irgendwie selbst schuld, aber die Schmerzen waren nicht simuliert. 🤷♂️ Vielleicht Tramadol? Ein niederpotentes Opioidanalgetikum, das nicht dem BtMG unterliegt. Aber ausgerechnet so einem Patienten ein Medikament mit Abhängigkeitspotential verschreiben? Keine gute Idee. "Der Opioid-Effekt". In einem Fachjournal hatte ich mal davon gelesen: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie zum Beispiel Ibuprofen können in Kombination mit Paracetamol ihre Wirkung potenzieren. Und zwar genauso gut oder besser als Kombinationspräparate aus Paracetamol und Opioiden wie Codein oder Oxycodon (1, 2, 3). Das Kombi-Präparat Ibuprofen/Paracetamol 200mg/500mg ist in Deutschland in Abhängigkeit von der Packungsgröße sogar rezeptfrei erhältlich. Als Dosis wird 3x täglich 1 Tablette empfohlen. |