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HOW TO: Schnittführung
Ein Step-by-Step Guide am Beispiel einer operativen 8er-Entfernung
Viele Zahnärzt:innen empfinden die Entfernung verlagerter Weisheitszähne als komplexen Eingriff. Dabei ist die Extraktion selbst meistens unkompliziert – besonders bei jüngeren Patient:innen.
Chirurgisch interessierte Kolleg:innen erlernen durch 8er-OPs die Grundlagen für spätere Herausforderungen in der Implantologie: Lappendesign, Anatomie sowie das Handling von Knochen und Weichgewebe.
Dieser Leitfaden erklärt Dir Schritt für Schritt die Entfernung verlagerter Weisheitszähne. Der Fokus liegt dabei aber auf Schnittführung und Lappenbildung und nicht auf der Osteotomie.
Teil 1: Oberkiefer
- Vorteil OK: Knochen wesentlich weicher als im UK
- Herausforderung: Erschwerter Zugang und limitierte Sicht
- Tipps: Schon bei der Untersuchung prüfen, wie gut das OP-Gebiet erreichbar ist
- OP-Hack: Überstehende Knochenkanten mit Raspatorium brechen; Osteotomie oder Zahnteilung im OK nur selten nötig
In diesem Guide werden zwei Konzepte vorgestellt:
Ein sicheres Lappendesign (mehr Übersicht) und ein minimales Lappendesign. Anfänger:innen empfehle ich das sichere Design – eine potenzielle MAV lässt sich leichter decken, und die bessere Übersicht reduziert das Luxationsrisiko ins retromaxilläre Weichgewebe.
Sicheres Lappendesign im Oberkiefer
Mehr Übersicht, mehr Kontrolle, einfacher zu decken bei MAV.
Ausgangssituation
Die klinische Ausgangssituation zeigt einen sehr gut einsehbaren Tuberbereich. Eine ausreichende Mundöffnung und die gute Zugänglichkeit sind essenzielle Voraussetzungen, um den Eingriff kontrolliert und sicher durchzuführen.
Schnittführung
Die Inzision erfolgt unter sicherem Knochenkontakt. Wir beginnen mit einer Inzision über das Tuber, führen diese in den Sulcus des 7er und beziehen die Papille zwischen dem ersten und zweiten Molaren mit ein.
Zur optimalen Übersicht erfolgt eine vertikale Entlastung im distalen Drittel des ersten Molaren. Idealerweise endet diese Inzision am Übergang zur mukogingivalen Grenze.
Lappenbildung
Mit Hilfe des Raspatoriums wird ein Mukoperiostlappen gebildet. In vielen Fällen stellt sich nun bereits die Zahnkrone dar.
Luxation
Nach dem Wegbrechen etwaiger Knochenkanten mit dem Raspatorium kann der Zahn mit Hilfe eines Hebels nach Bein nach distal luxiert werden.
Entfernung
Im Anschluss kann der Zahn einfach mit einer Zange entfernt werden.
Zahnsäckchen & MAV
Abschließend erfolgt die Kürettage mit einem scharfen Löffel und die Entfernung des Zahnsäckchens mit einer Zange nach Luer. Die visuelle und taktile Überprüfung hinsichtlich einer MAV (z.B. mit einer KH-Sonde) ist Pflicht. Abschließend sollte eine Spülung mit steriler Kochsalzlösung erfolgen.
Zahnsäckchen
Achte auf die vollständige Entfernung des Zahnsäckchens. Bleiben Gewebereste zurück, können diese der Ursprung für eine Residualzyste sein.
Naht
Ein sicherer Wundverschluss erfolgt mittels einfacher Einzelknopfnähte. Da die Inzision vollständig innerhalb der keratinisierten Gingiva liegt, ist von einer schnellen und ästhetisch unauffälligen Abheilung auszugehen.
Minimales Lappendesign im Oberkiefer
Weniger Trauma, dafür eingeschränkte Sicht – nur für erfahrene Hände.
Schnittführung
Es erfolgt auch eine Inzision unter sicherem Knochenkontakt. Wir beginnen mit einer Inzision über das Tuber, führen diese in den Sulcus des 7er und führen eine vertikale Entlastung im distalen Drittel des zweiten Molaren durch.
Luxation
Die Luxation erfolgt hier bei eingeschränkter Übersicht.
Naht
Auch hier erfolgt der Verschluss mit Hilfe einfacher Einzelknopfnähte.
Das war's.
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