Noch am selben Abend buchte ich ein One-Way-Ticket nach Nepal. Sicher nicht die Lösung meiner Probleme, aber fürs Erste eine gute Ablenkung.
Die ersten 4 Wochen waren wie ein Rausch aus neuen Eindrücken: Busfahrten entlang schwindelerregender Abhänge, spirituelle Momente in hinduistischen Tempeln und höllisch scharfe Chutneys. Aber irgendwann holten mich die Gedanken an meine berufliche Zukunft wieder ein. Ich war planlos und deprimiert. Immerhin wurde mir eine Sache klar: Ich konnte mir nicht vorstellen, alleine eine eigene Praxis aufzumachen. Und wieder zurück in ein Anstellungsverhältnis? Nee, danke. Aber was dann?!
9 Wochen und 2 Länder später saß ich in einem Strandcafé in Indien. Da bot mir Instagram eine Werbung für einen Programmierkurs an. Der Online-Kurs "100 Days of Code" kostete ungefähr so viel wie der Masala Chai vor mir. Programmieren wollte ich immer schon mal lernen. Und ich dachte mir: Wann, wenn nicht jetzt?!
Mit dem Programmierkurs hatte ich endlich eine neue Aufgabe gefunden. Jeden Morgen saß ich schon vor dem Frühstück an meinem Laptop und löste Programmier-Aufgaben. Ich schrieb den Code für kleine Spiele wie "Snake" oder "Pong". Zum ersten Mal seit Wochen fühlte ich mich wieder wie ein Problemlöser - diesmal mit dem Computer statt mit dem Bein'schen Hebel. Und ich merkte schnell: Ob ich einen hartnäckigen 8er entfernte oder ein schwieriges Coding-Problem löste, das befriedigende Gefühl danach war das gleiche. Es floss nur weniger Blut. 🥶
Zurück in Berlin wurde der Druck größer, wieder Geld zu verdienen. Ich hatte sogar schon eine Idee, wie. Ich wollte Websites für Zahnarztpraxen programmieren. Easy, dachte ich. Ich kannte die pain points in der Zahnarztpraxis, hatte das medizinische Know-How für die Website-Inhalte und jetzt auch noch das technische Wissen. 12 Stunden am Tag arbeitete ich an meiner eigenen Business-Website. Nach 6 Wochen war sie fertig: "Medipage". Ich war stolz auf meine Arbeit. Noch vor einem halben Jahr hatte ich Zähne in Nepal gezogen - jetzt startete ich mein erstes Online-Business. 🔥
Aber die Kunden blieben aus. Niemand wusste, dass es mich überhaupt gab. Also verbrannte ich Geld mit Google Werbeanzeigen. Die Interessenten, für die ich im Schnitt ungefähr 250€ in Werbebudget ausgab, wollten mein Produkt nicht kaufen. Die schmerzhafte Lektion: Einem Bestandspatienten mit Zahnlücke ein Implantat zu verkaufen ist nicht schwer. Aber eine Website an wildfremde Kollegen, wenn die Konkurrenz nur einen Mausklick entfernt ist? Das ist eine ganz andere Liga.
Ich saß vor meinem Lieblingscafé in Kreuzberg und trank meinen Espresso macchiato. Geistesabwesend las ich den wöchentlichen Newsletter von Arnold Schwarzenegger, "Arnold's Pump Club". (Kein Witz, der heißt wirklich so!) In diesem Moment wurde mir klar: Wenn selbst der mittlerweile 76-jährige Terminator es schafft, tausenden Menschen jede Woche nützliche Tipps via Email zu schicken… Wieso schreibt eigentlich niemand einen persönlichen Newsletter für die Zahnmedizin?! 👀
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